Hertha BSC

Rehhagel mahnt - "Es ist drei Minuten vor Zwölf"

Trotz des Debakels gegen Augsburg lässt sich Hertha-Trainer Otto Rehhagel nicht aus der Ruhe bringen - also weiterhin freier Montag, keine Diskussionen und Wagenburg-Mentalität. Trotzdem: Die Zeit wird langsam knapp.

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Eine Pleite im ersten Spiel, und sofort sind die Besserwisser da. „Er (Otto Rehhagel/Anm.d.Red.) hat keine Führungsqualität. In der Kabine geht es zu wie auf dem Basar. Ich war von Anfang an kritisch. Das hat auch das Spiel jetzt gezeigt...Das ist eine Medienverpflichtung gewesen, um Ruhe ins Umfeld zu bekommen und um den Druck von der Mannschaft zu nehmen.“

So sprach es Thomas Strunz beim Doppelpass von Sport1. Nun muss man wissen, dass Strunz zur Bayern-Zeit 1995/96 kein Liebling seines damaligen Vorgesetzten Rehhagel war. Richtig ist jedoch, dass Hertha beim Rehhagel-Einstand fast alles vermissen ließ, was eine Mannschaft im Abstiegskampf benötigt: Leidenschaft, Kampf, Selbstbewusstsein.

„Wir sind alle schwer enttäuscht und haben alle schlecht geschlafen“, sagte Rehhagel nach dem . Der neue Cheftrainer mahnte nach dem Abrutschen auf Relegationsplatz 16: „Es ist drei Minuten vor 12. Vielleicht spielt Hertha bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg.“

Seine Analyse der mittlerweile sechsten Niederlage in Folge war klar: „Wir haben viel zu viele Zweikämpfe verloren. Die Spieleröffnung war nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Und Augsburg hat unseren Spiritus rector, Raffael, völlig aus dem Spiel genommen.“ Rehhagel verweigerte sich dem populären Mechanismus, einfach mal draufzuhauen oder nach außen plakative Maßnahmen zu ergreifen.

Nein, den freien Montag werde er nicht streichen. „Wir bleiben bei den geplanten Abläufen. Klar sind alle frustriert. Aber die Spieler sollen zu ihren Familien fahren und den Kopf mal freibekommen.“ Auch der Diskussion, ob die Qualität im Team überhaupt reiche, um die Klasse zu erhalten, verweigerte er sich. „In unserer Lage geht es darum, die Spieler aufzurichten.“ Ob Werder Bremen, Kaiserslautern oder Griechenland – das Einrichten einer Wagenburg-Mentalität gehört zu den Klassikern der Art und Weise, wie Rehhagel seine Mannschaften geführt hat. Nur weiß niemand besser als der Trainer-Routinier, dass er nach dem Debakel zum Auftakt rasch ein Erfolgserlebnis benötigt, um den seit Monaten anhaltenden Abwärtsstrudel endlich zu stoppen. Die spannende Frage wird sein: Hat Rehhagel neben Rhetorik auch Lösungen parat?

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