Uwe Klimaschefski (73) und Hans-Joachim Altendorff (71) standen gemeinsam mit Otto Rehhagel 1963 in der Startelf beim ersten Bundesligaspiel von Hertha BSC, einem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg. Das Trio war dabei, als die Berliner 1965 den Zwangsabstieg in die Regionalliga hinnehmen mussten.

Morgenpost Online: Ihr ehemaliger Mitspieler soll Hertha vor dem Abstieg retten. Überrascht?

Uwe Klimaschefski: Wenn er fit ist und es verkraften kann: Warum sollte er es nicht machen? So, wie ich das mitbekommen habe, wollte Hertha BSC ihn ja unbedingt haben. Und dass er den Job drauf hat, hat er schon oft bewiesen

Hans-Joachim Altendorff: Ich finde, das ist eine gute Sache. Ich hoffe, dass mit ihm der Klassenerhalt gelingt.

Morgenpost Online: Ist man mit 73 fit genug für diesen Job?

Hans-Joachim Altendorff: Das Alter macht doch nichts, er muss immerhin nicht rumrennen. Er gibt nur die taktischen Anweisungen, das Training gestalten seine jungen Kollegen. Der Heynckes läuft bei den Bayern auch nicht um den Platz.

Uwe Klimaschefski: Das kommt darauf an. Es gibt 73-Jährige, die wirken schon wie tot. Und es gibt 73-Jährige, die noch unheimlich fit sind. Otto wird sich das schon gut überlegt haben.

Morgenpost Online: Wie war Otto Rehhagel damals als Spieler auf dem Platz?

Hans-Joachim Altendorff: Ich habe ab 1963 rechter Außenläufer gespielt und Otto war rechter Verteidiger – ein sicherer Rückhalt. Er konnte einfach nicht verlieren. Wenn wir hinten lagen, hat er uns immer angefeuert: „Los Jungs, das schaffen wir noch!“. Einfach ein richtig verrückter Fußballer.

Uwe Klimaschefski: Er hat zu den „härteren“ Spielern gezählt, Otto war ziemlich konsequent, würde ich sagen. Ein sehr disziplinierter Spieler. Außerdem ein sicherer Elfmeterschütze. So hat er die meisten seiner Tore erzielt.

Morgenpost Online: Als was für einen Typ Mensch haben Sie ihn in Erinnerung?

Uwe Klimaschefski: Wir waren befreundet, ist ja klar. Wir haben in Berlin und später auch beim 1. FC Kaiserslautern zusammen gespielt, fünf Jahre insgesamt. Später haben wir gemeinsam unsere Trainerprüfung gemacht. Otto war ein ruhiger Typ, wirklich in Ordnung. Da gab es nichts zu bemängeln.

Hans-Joachim Altendorff: Er war ein unheimlich netter Kerl, ein richtig toller Kumpel. Er passte einfach gut bei uns rein. Nach dem zweiten Jahr, als sie uns rausgeschmissen haben (nach dem Lizenzentzug 1965, Anm.d. Red.), hat er noch ein Jahr Regionalliga gespielt. Viele sind damals abgehauen, aber Otto ist geblieben.

Morgenpost Online: Also ist Rehhagel der richtige Mann für Hertha BSC?

Uwe Klimaschefski: Das kann man nicht sagen vorher, das weiß keiner. Er kann nicht viel dazu gewinnen, aber er hat was zu verlieren. Die Gefahr ist schon groß, dass Hertha absteigt. Allerdings sind Augsburg und Freiburg schwächer einzuschätzen.

Hans-Joachim Altendorff: Meiner Meinung nach bietet sich gar nichts anderes an. Den Trainern, die Hertha sonst noch im Gespräch hatte, hätte ich das nicht zugetraut. Aber Otto, der schafft das.