Babbel-Nachfolge

Skibbe wird ab Januar neuer Hertha-Trainer

Neues Jahr, neuer Trainer: Michael Skibbe soll Markus Babbel ablösen. Schon am 1. Januar soll er nach Berlin kommen, wie Morgenpost Online erfuhr. Noch arbeitet der 46-Jährige beim türkischen Erstligisten Eskisehirspor.

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Am Ende ging es ganz schnell: Michael Skibbe wird nach Morgenpost-Informationen ab 1. Januar 2012 neuer Trainer von Hertha BSC. Derzeit ist Skibbe beim türkischen Erstligisten Eskisehirspor unter Vertrag. Das heißt, dass Markus Babbel nur noch bei den Partien am Sonnabend in der Bundesliga bei der TSG Hoffenheim (15.30 Uhr) sowie am Mittwoch im Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern auf der Hertha-Bank sitzen wird. Der Babbel-Kontrakt, der eigentlich bis zum Saisonende gelaufen wäre, wird somit vorzeitig zum Jahresende gelöst werden.

Nach Informationen von „bild.de“ haben Hertha-Manager Michael Preetz und Skibbe am Montag dieser Woche in Düsseldorf-Oberkassel bei einem Geheimtreffen rasch Einigkeit erzielt. So wird Skibbe einen Vertrag bis Juni 2014 erhalten.

Damit finden sechs Wochen Trainer-Theater in Berlin ein Ende, das am Ende unwürdig angemutet hat. So gab es noch in dieser Trainingswoche Aussagen von Babbel zwischen „Alle wissen Bescheid: Der Verein, der Manager und ich“ und „Nach Weihnachten im Urlaub werde ich mich in Ruhe hinsetzen und das Ganze mal durchdenken.“ Auch Michael Preetz hatte noch am vergangenen Sonntag beteuert, er sei sehr gespannt, ob Babbel seinen Vertrag nun verlängert oder nicht.

Da man vermuten darf, dass der Hertha-Manager sich mit Skibbe nicht zufällig am Montag in Düsseldorf getroffen hat, müssen diese Verhandlungen vorbereitet gewesen sein. Das legt nahe, dass Preetz schon länger klar damit gerechnet hatte, dass Babbel Hertha absagt. Deshalb hatte die Morgenpost nicht zufällig am Montag getitelt: Nur noch zwei Spiele für Babbel.

Dem Vernehmen nach hat der Noch-Hertha-Trainer bei einem Gespräch mit Preetz angeboten, seinen Vertrag in Berlin bis Saisonende zu erfüllen. Doch es war klar, dass Hertha dieses Risiko nicht eingehen kann. Der Verein hat sich immer noch nicht gänzlich von der Abstiegssaison 2009/10 erholt. Als Wiederaufsteiger soll in dieser Saison in jedem Fall die Klasse gehalten werden. Nach gutem Start zeigte der Trend für die Berliner jedoch nach unten, in den letzten acht Spielen gelang lediglich ein Sieg, seit fünf Partien wurde gar nicht mehr gewonnen. Vor der wichtigen Partie in Hoffenheim ist das Polster, das sich Hertha auf die Abstiegszone erarbeitet hat, auf vier Punkte geschmolzen. So war es ein logischer Schritt vom Manager, für die Rückserie einen neuen Trainer zu verpflichten.

Michael Skibbe hat vor seinem Engagement in der Türkei bereits zahlreiche Trainerstationen durchlaufen (siehe Info-Kasten). Begonnen hatte er seine Trainerkarriere 1987 mit den Jugendmannschaften des FC Schalke 04, unorthodoxer Weise zog es ihn im Anschluss als Jugendkoordinator zum Erzrivalen Borussia Dortmund. Bei der Borussia erlebte er den größten Karriereaufschwung, als er 1998 zum ersten Mal zum Cheftrainer berufen wurde.

Hertha muss eine Ablöse zahlen

Nach der Nationalmannschaft (2000 bis 2004) versuchte sich Skibbe wieder als Vereinstrainer und heuerte bei Bayer Leverkusen an (2005-2008), bevor es ihn für ein Jahr zum türkischen Spitzenklub Galatasary Istanbul verschlug. Nach einem zweijährigen Intermezzo bei Eintracht Frankfurt heuerte Skibbe bei Eskisehirsport an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat er sich mit dem Außenseiter in der türkischen Liga bis auf Rang vier vorgearbeitet. Es heißt bei „bild.de“, dass der Hauptstadt-Klub eine Ablöse für Skibbe an dessen bisherigen Arbeitgeber werde zahlen müssen. Bei Hertha BSC war gestern am späten Abend keiner der Verantwortlichen, die sich in einem Hotel in Heidelberg auf die Partie im Kraichgau vorbereiten, zu erreichen. Skibbe wird sich in Berlin daran messen lassen, dass er das Ziel Klassenerhalt erreicht.

Babbel wird als Aufstiegstrainer in die Hertha-Historie eingehen. Er hat den Topfavoriten mit einer zwischenzeitlichen Hängephase im Spätherbst des vergangenen Jahres letztlich souverän durch die Zweite Liga geführt. Auch der Start in die Bundesliga gelang dem Aufsteiger. Zudem hatte die Mannschaftszusammenstellung des Duos Preetz/Babbel ligaweit anerkennendes Kopfnicken geerntet. Talente wie Tunay Torun, Thomas Kraft oder Änis Ben-Hatira standen auch bei einigen Topklubs auf dem Wunschzettel, hatten sich allerdings für Hertha BSC entschieden.

In den vergangen zwei Monaten fiel es Babbel aber spürbar schwerer, seinen Job in Berlin mit dem anfänglichen Enthusiasmus zu verrichten. Stattdessen halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass er im Sommer Huub Stevens auf Schalke beerben werde.

Eskisehirspor-Vizepräsident Mesut Hoscan dementierte den Wechsel zwar: „Skibbe wollte tatsächlich gehen, hat sich aber dann anders entschieden. Es gab ein Angebot, aber er will die Mannschaft nicht verlassen. Die Meldungen sind nicht richtig. Michael Skibbe bleibt unser Trainer.“ Dies ist allerdings nur noch bis zum Jahresende der Fall.

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