3:3 gegen Bayer

Hertha kann erneut Vorsprung nicht halten

Berlins scheidender Innen- und Sportsenator Erhart Körting hatte sich zu seinem Abschied noch einen Sieg von Hertha im Olympiastadion gewünscht. Und zunächst sah es aus, als könnte dies gegen Bayer klappen. Doch dann wurden die Berliner wieder eingeholt.

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Drei Treffer von Eren Derdiyok reichten Bayer Leverkusen nicht zum Sieg bei Hertha BSC. Nach zuletzt sieben Punkten aus drei Bundesligaspielen sowie dem vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League gelang der Mannschaft von Trainer Robin Dutt in einem turbulenten Spiel nur ein 3:3 (1:2) bei Aufsteiger Hertha BSC. Vor 44.541 Zuschauern im Berliner Olympiastadion trafen Pierre-Michel Lasogga (7., 82.) und der Leverkusener Ömer Toprak per Eigentor (17.) für Hertha BSC, für Leverkusen war Eren Derdiyok (24., 64., 79.) gleich dreimal erfolgreich.

Erhart Körting wünschte sich unmittelbar vor der Begegnung einen Sieg der Berliner. „Das ist schließlich eine meiner letzten Amtshandlungen als Sportsenator“, sagte der scheidende Innen- und Sportsenator Berlins. Doch dieser Wunsch sollte ihm verwehrt bleiben, wieder einmal konnten die Berliner einen Vorsprung nicht bis zum Ende halten. Wie schon zuvor beim 1:2 gegen Mönchengladbach und beim 2:2 in Freiburg verspielten sie eine vielversprechende Führung.

Rukavytsya für Ramos in der Startformation

Berlins Trainer Markus Babbel nahm im Vergleich zur Vorwoche beim 2:2 in Freiburg einen Wechsel vor. Für den angeschlagenen Angreifer Adrian Ramos rückte Nikita Rukavytsya in die Startformation. Bei Leverkusen veränderte Trainer Robin Dutt seine Startelf verglichen mit dem 2:0-Erfolg beim 1. FC Kaiserslautern gleich dreimal. Simon Rolfes, Andre Schürrle und Eren Derdiyok rückten für Stefan Reinartz, Gonzalo Castro und Stefan Kießling in die Mannschaft.

Die Berliner legten furios los. Nach fünf Minuten bekamen sie einen etwas strittigen Handelfmeter zugesprochen. Daniel Schwaab hatte eine Flanke von Levan Kobiashvili aus kurzer Distanz mit der Hand abgewehrt, Schiedsrichter Robert Hartmann entschied in der strittigen Situation auf Elfmeter für Hertha. Kobiashvili scheiterte aber aus elf Metern an Torhüter Bernd Leno. Nur zwei Minuten später musste Leno allerdings hinter sich greifen: Andreas Ottl hatte Raffael auf dem rechten Flügel freigespielt. Der Brasilianer passte in die Mitte zu Lasogga, der aus wenigen Metern zur 1:0-Führung traf.

Berliner Defizite im Passspiel

Gerade als sich die Leverkusener von dem Rückstand zu erholen schienen, kassierten sie das 0:2. Toprak verlängerte einen Freistoß von Rukavytsya per Kopf ins eigene Tor (17.). Und genauso turbulent ging es weiter, denn sieben Minuten später düpierte Derdiyok die Hertha-Abwehr und verkürzte auf 1:2. Kurz darauf hätte Hertha auf 3:1 erhöhen können, doch verpatzte Rukavytsya ein einfaches Zuspiel auf den freistehenden Lasogga.

Nach der Pause versuchte es Dutt mit Castro für den Unglücksraben Toprak. Die erste große Gelegenheit hatten aber die Berliner: Peter Niemeyer zielte nach schönem Zuspiel von Raffael nur knapp am Tor vorbei (51.). Überhaupt machte Hertha nun einen wesentlich frischeren Eindruck als Bayer Leverkusen, ohne sich allerdings größere Möglichkeiten herauszuspielen. Besonders im Passspiel in der Offensive offenbarten die Berliner Defizite. In der 64. Minute sollte sich dies rächen: Derdiyok staubte zum 2:2 ab. Anschließend drückte Leverkusen, die eingewechselten Stefan Kießling (68.) und Castro (70.) verfehlten nur knapp die Führung. In der turbulenten Schlussphase schien Derdiyuk mit seinem dritten Tor (79.) dann die Leverkusener Erfolgsserie fortsetzen zu wollen, ehe dann aber Herthas Nachwuchsspieler Lasogga (82.) den Gastgebern doch noch ein versöhnliches Ende bescherte, das Torhüter Thomas Kraft in letzter Minute mit einer Glanzparade gegen Stefan Kießling rettete.