Hertha BSC

Ben-Hatira und Torun hoffen auf neue Chance

Weil Adrian Ramos wohl ausfallen wird, muss Hertha-Trainer Markus Babbel seine Offensive im Spiel gegen Leverkusen umbauen. Morgenpost Online analysiert, wer in die Bresche springen könnte.

Es gibt Wochen, die sollte ein Stürmer einfach abhaken. Viel mehr bleibt in diesem Fall auch Adrian Ramos nicht übrig. Da hatte der Stürmer von Hertha BSC in der vergangenen Partie beim SC Freiburg zwar ein Tor erzielt, aber eben auch zwei Großchancen vergeben – was ihm hinterher den indirekten Vorwurf von Trainer Markus Babbel einbrachte, dass deshalb seine Taktik nicht aufgegangen sei. Nun, da er es am Sonnabend gegen Bayer Leverkusen im Olympiastadion (15.30 Uhr und im Live-Ticker von Morgenpost Online ). hätte besser machen können, schaut Ramos nur zu. Er fehlt nach einer Operation am Oberschenkel wegen der Folgen eines entzündeten Insektenstichs.

Ebert auf der Kippe

Damit steht Babel schon zum dritten Mal in dieser Saison vor dem Problem, wie er seinen in der Offensive wichtigsten Spieler zu ersetzen vermag. Als Stoßstürmer war Ramos nicht vorgesehen, diesen Part wird Pierre-Michel Lasogga übernehmen . Aber auf der linken Außenbahn muss sich der Trainer nun entscheiden – wenn nicht auf der rechten Seite gleich mit. Dort hat Patrick Ebert seine Chance nach seiner schnellen Begnadigung gegen Freiburg nicht genutzt.

Zwei Fakten sprechen allerdings für Ebert: Erstens mag es der Trainer nicht, gleich auf mehreren Positionen zu rotieren. Zweitens wird der Gegenspieler auf der rechten Seite André Schürrle heißen – Patrick Ebert ist von allen Außenspielern, vom derzeit schwachen Ronny abgesehen, in der Defensive am stärksten.

Nur Kraft und Ottl Stammspieler

Ein Teil der Fans allerdings rät Babbel eben zu jenem Doppelwechsel. Bei einer Umfrage auf www.immerhertha.de , dem Blog der Berliner Morgenpost, votierten 62 Prozent (von 393 Stimmen) für die Option: „Patrick Ebert soll gegen Leverkusen auf der Bank sitzen.“ Ginge es danach, müsste sich Babbel an ein zugereistes Duo halten: Änis Ben-Hatira und Tunay Torun. Doch auch für die beiden vom Hamburger SV gekommenen gilt: Sie hatten gute, sehr gute Spiele – und dazwischen ziemlich viel Mittelmaß. „Die Situation der beiden ist unterschiedlich“, erklärt Manager Michael Preetz, „Tunay braucht jetzt vor allem Spielpraxis. Änis hingegen muss sich erst noch an die Laufwege gewöhnen, weil er ja später dazu kam.“

Trotzdem ist es ein Fakt, dass der Klub insgesamt fünf Neue holte, von denen sich gerade zwei Stammplätze erkämpft haben: Torwart Thomas Kraft und der zweite Bayern-Zugang, Andreas Ottl. Bei den Fans umstritten, findet sein einfaches Spiel beim Trainer großen Anklang. Bleiben Maik Franz, der bislang wechselhafte Leistungen bot, sowie eben Torun und Ben-Hatira. Beide stehen angesichts der Situation auf den Außen im Fokus.


Tunay Torun

Der Deutsch-Türke wechselte innerhalb der regulären Wechselperiode zum Aufsteiger. In den Trainingslagern zeigte er sich bereits agil und treffsicher. In der Liga bot er ein Bild von Licht und Schatten. Nach einem durchwachsenen Spiel zum Ligastart gegen den 1. FC Nürnberg drehte Torun in Hamburg gegen seinen Ex-Verein auf und schoss den Ausgleich. Bislang spielte er in neun Partien, der zweite und bisher letzte Treffer gelang ihm beim 2:2 gegen Augsburg am sechsten Spieltag. Seinen besten Auftritt aus bislang 221 Bundesliga-Minuten, wenn auch nicht von einem Tor gekrönt, hatte er in der ersten Halbzeit beim Sieg in Dortmund. Zuletzt gab Babbel auf der linken Seite immer Ramos den Vorzug, Torun erhielt nur wenig Zeit als Einwechselspieler. Fazit: Wenn er konstanter wird, eine echte Verstärkung.


Änis Ben-Hatira

Sein Wechsel nach vier Spieltagen war seiner Darstellung nach eine echte Herzensangelegenheit. Er wechselte erst kurz vor Transferschluss vor dem fünften Spieltag nach Berlin, in seine Geburtsstadt. Seither stehen für ihn – genau wie für Torun – 221 Minuten auf dem Platz zu Buche, Trainer Babbel setzte ihn in sechs Partien ein. Wirklich in Erinnerung blieb von den Bemühungen des Deutsch-Tunesiers aber nur seine fulminante erste Halbzeit beim 3:0 gegen den 1. FC Köln, als er die rechte Kölner Abwehrseite im Alleingang ausschaltete und zwei Tore vorlegte. Danach allerdings verschwand er wie sein Freund Torun ein bisschen von der Bildfläche, bei seinen letzten Einsätzen konnte er überhaupt keine Akzente setzen. Zudem verbannte ihn Trainer Babbel genau wie Patrick Ebert wegen mangelnder Leistung aus dem Kader. Sein Vorteil: Er ist beidfüßig und könnte die Ebert-Position spielen. Fazit: Ben-Hatira ist den Beweis noch schuldig, dauerhaft eine Verstärkung zu sein.

So wollen sie spielen:

Hertha: Kraft – Lell, Hubnik, Mijaotovic, Kobiashvili – Ben-Hatira, Raffael, Torun – Lasogga.

Leverkusen: Leno – Castro, M. Friedrich, Toprak, Kadlec – L. Bender, Rolfes – Sam, Ballack, Schürrle – Kießling.

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen).