Hertha-Verteidiger

Was sich Babbel von Hubniks EM-Teilnahme erhofft

Herthas tschechischer Innenverteidiger Hubnik ist stolz, mit seinem Land bei der EM dabei sein zu können. Und auch Trainer Babbel hofft von diesem Umstand zu profitieren.

Foto: AFP

Die rekordverdächtige Einheit blieb Roman Hubnik erspart. Eine Stunde und 50 Minuten ließ Herthas Trainer Markus Babbel am Mittwoch trainieren, da war es dem tschechischen Innenverteidiger wohl ganz recht, dass er noch mit der Rückreise aus Podgorica beschäftigt war, der Hauptstadt Montenegros. Dort hatte er am Vorabend mit der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft im entscheidenden Play-off-Spiel um die Teilnahme an der Europameisterschaft 2012 1:0 gewonnen – Hubnik ist damit der einzige Berliner Fußball-Profi bei diesem Turnier. Und hält die Hertha-Fahne so auch international in die Höhe.

„Ich bin total stolz, mit meinem Land bei der EM dabei zu sein. In einem Jahr habe ich zwei große Dinge geschafft, die EM-Teilnahme und den Wiederaufstieg mit Hertha“, sagte der sonst so zurückhaltende Hubnik, und auch Babbel freute sich: „Ich hoffe, das wird ihm noch mal einen Schub geben. Für einen Sportler ist es immer sensationell, sich mit den Besten in Europa messen zu dürfen.“ Und diese Chance hat sich 27-Jährige redlich verdient, nicht nur mit seinen Leistungen in seiner Nationalelf, bei der er Stammkraft ist und auch in Montenegro wieder 90 Minuten durchspielen durfte. Nein, auch bei Hertha hat sich der stets zurückhaltende und nach außen so still wirkende Verteidiger zu einem der absoluten Leistungsträger etabliert. Schon in Vorsaison hatte er mit seiner unaufgeregten Spielweise einen erheblichen Anteil am Wiederaufstieg der Berliner. Dann aber, vor seiner ersten kompletten Saison in der Bundesliga, mehrten sich die Stimmen, der 1,92 Meter große Schlacks sei nicht gut genug. Das hat Hubnik, der zuletzt allerdings wegen Rückenproblemen pausieren musste, eindrucksvoll widerlegt. Wie sehr Trainer Babbel seinen Spieler schätzt, zeigt die Tatsache, dass er sich bereits Tage vor dem Spiel in Freiburg am Samstag festlegte, dass Hubnik in die Startelf zurückkehren wird. Das macht Babbel normalerweise nicht. Und auch sonst ist er voll des Lobes: „Roman beeindruckt vor allem durch seine Physis“, meint er, der aber auch noch Luft nach oben sieht: „Er geht manchmal in Zweikämpfe und am Ende liegt er auf dem Boden und hat Schmerzen. Das muss er umdrehen.“ Aber, so Babbel, sei Schützling sei ja lernwillig, das mache Spaß.

Ohnehin läuft es für Hubnik ziemlich gut, auch privat. Im März brachte seine Frau Lucie Söhnchen Patrik zur Welt, Hubnik vollbrachte sogar das Kunststück, im Spiel vor der Geburt gegen Frankfurt ein Tor anzukündigen – und dann auch tatsächlich zu schießen.

Sein Trainer sieht aber noch immer Potenzial, vor allem durch die EM: „Internationale Spiele helfen ihm zu schauen, wie das andere Verteidiger machen. Wann ist es sinnvoll mit Risiko in die Zweikämpfe zu gehen? Und wann muss ich mal wegbleiben?“ Jetzt aber liegt Hubniks Fokus wieder auf Hertha. „Ich will im nächsten Jahr die Bundesliga halten und dann mit Tschechien in Polen und der Ukraine eine gute Rolle spielen – das sind perfekte Ziele für 2012“, sagte Hubnik

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