"Brauche die Besten"

Hertha-Trainer Markus Babbel redet Klartext

Nach seinem freien Wochenende in München ist Markus Babbel wieder in Berlin und spricht über den Jahresendspurt, seine Vertragsverlängerung und den "Denkzettel" für Patrick Ebert und Änis Ben-Hatira.

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Das freie Wochenende im Kreise seiner Familie in München hatte Markus Babbel sich gewiss anders vorgestellt. Ein Magen-Darm-Infekt verdarb dem Trainer von Hertha BSC die Freude. Die ersten Beobachtungen beim Training am Dienstagnachmittag führte Babbel immerhin zu der Erkenntnis, dass zumindest seine Spieler die Auszeit genutzt hatten. Er habe gespürt, sagte er nach einer Stunde Fußball, „dass wieder eine körperliche und auch geistige Frische da ist; dass der Hunger da ist, die Niederlage gegen Gladbach (1:2 – d.R.) wieder gutzumachen.“

Gelegenheit dazu bekommt das Personal des Berliner Bundesligisten bis Jahresende noch genau sechs Mal: Mit der weiten Fahrt zum SC Freiburg (Sonnabend, 15.30 Uhr und hier im Live-Ticker von Morgenpost Online ) startet Hertha nach der nun beendeten Länderspielpause in die letzten fünf Hinrunden-Spieltage, dazu kommt das Achtelfinale im DFB-Pokal am 21. Dezember gegen Kaiserslautern. Trainer Babbel über…

…die Erholung während der Länderspielpause: „Wir müssen uns nach wie vor in jedem Spiel an die Decke strecken, um zu Punkten zu kommen. Bundesliga – das bedeutet für einen Aufsteiger zwangsläufig, dass einem nichts geschenkt wird. Wenn wir nicht alles geben – wie gegen Nürnberg, Mainz, Gladbach oder Augsburg der Fall –, ist es für uns brutal schwer. Und dann ist der Akku eben irgendwann auch mal leer. Deshalb haben wir die Pause genutzt, um auch vom Kopf her mal wieder frei zu werden, und die Jungs hatten zwischendurch drei statt wie sonst üblich zwei Tage frei.“

…den Jahresendspurt: „Wir wollen natürlich noch was erreichen in diesen letzten Spielen vor der Winterpause, wollen unsere ordentliche Position verteidigen und wenn es möglich ist, gern auch ausbauen. Gegen Freiburg haben wir eine Riesenmöglichkeit, den Abstand auf eine Mannschaft auf Augenhöhe mit uns zu vergrößern. Aber wir sind gewarnt: Die Freiburger haben zu Hause zwar schon einige Spiele verloren, aber sie waren in den meisten Fällen die fußballerisch klar bessere Mannschaft. Trotzdem wissen wir, dass auch wir gerade auswärts gute Leistungen zeigen können.“

…seine Vertragsverlängerung: „Es wird zeitnah eine Entscheidung geben. Aber es gibt eben auch ständig so viel zu tun. Wenn wir einmal einen Tag finden, an dem wir nur 23 und nicht wie sonst 24 Stunden an den Verein denken, dann werden wir, mein Co-Trainer Rainer Widmayer und ich, über unsere Zukunft nachdenken. Im Ernst: Ich weiß, dass der Verein mit mir weitermachen möchte. Das freut mich auch. Aber man kann es mir glauben oder auch nicht: Bis vor ein paar Tagen habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken zu dem Thema gemacht. Wir haben den Aufstieg hinter uns, mussten in die Saison hineinstarten – und so weiter. Jetzt muss ich natürlich für mich festlegen: Was will ich überhaupt? Darum geht es jetzt. Dann schauen wir weiter.“

…die „Denkzettel“-Profis Ben-Hatira und Ebert: „Ich will Erfolg, dafür brauche ich Woche für Woche die Besten. Sie müssen mir jede Woche beweisen, dass ich einfach nicht an ihnen vorbeikomme. Danach bewerte ich sie. Eine Zeit lang hat mir das nicht gefallen. Und wenn mich Spieler nicht weiterbringen, macht es für mich auch keinen Sinn, sie aus der Startelf auf die Reservebank zu setzen. Dann habe ich dort zwei Optionen weniger – denn wieso sollen sie von dort funktionieren, wenn sie von Anfang an nicht funktionieren?“

…die öffentlich formulierte Kritik von Ebert an seiner Zurückstufung: „Ich mag es nicht, wenn Spieler in der Öffentlichkeit sagen, ich hätte ihnen als Trainer meine Entscheidung nicht begründet. Denn das muss ich nicht. Es gibt bei uns intern Regeln, die für alle gelten. An anderer Stelle hat er gesagt, dass der Trainer alles machen darf, ohne dass er vorher beim Spieler nachfragen muss… – ein bisschen widersprüchlich also, was der gute Patrick da erzählt hat. Aber das klären wir intern. Und was die sportliche Komponente angeht: Da hat er jetzt wieder eine Woche Zeit, uns das anzubieten, was er kann und was uns weiterbringt.“

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