Neuer Vertrag

Babbels Zukunft bei Hertha bleibt offen

Babbel oder nicht Babbel – das bleibt bei Hertha BSC offen. Denn geklärt werden konnte die Frage nach einer Vertragsverlängerung für den Trainer auch am Abend bei "Hertha im Dialog" mit 327 Klubmitgliedern nicht.

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Markus Babbel hat reichlich viel gesprochen in den vergangenen Tagen. Gleichzeitig hat er dabei erstaunlich wenig gesagt. Vor allem zu Fragen nach seiner beruflichen Zukunft und ob diese auch über das Ende der laufenden Saison in Berlin und bei Hertha BSC liegen wird. Die Frage wurde auch am Montag, bei „Hertha im Dialog“ vor 327 anwesenden Mitgliedern im Saal 3 des ICC, gestellt. Aber der Cheftrainer des Berliner Bundesligisten sagte diesmal überhaupt nichts – er war nicht einmal anwesend.

Ein schlechtes Zeichen war die Absenz aber nicht. Der Termin war quasi nur die Ouvertüre zur wahren Zusammenkunft der blau-weißen Basis, der Mitgliederversammlung, die Montag der übernächsten Woche (28. November 2011) im ICC stattfindet. Dieser „inhaltsschweren Veranstaltung“ (Präsident Werner Gegenbauer) ging der eher informelle Dialog voraus. Entstanden 2009, in Zeiten der Trauer ob des bevorstehenden Abstiegs, bekamen die Fans nun ein drittes Mal „ohne Zwang und ohne Vereinsrecht“ (Gegenbauer) Gelegenheit, die sie drängenden Fragen stellen zu dürfen.

Die erste war natürlich die nach Babbels Zukunft. Manager Michael Preetz beantwortete sie so: „Wir haben uns klar erklärt: Wir würden gern verlängern. Was jetzt ansteht, ist das Zeichen des Trainers. Darauf warten wir. Das wird zeitnah passieren, in den nächsten Tagen und Wochen.“ Sein Gefühl in dieser Sache sei „immer noch gut“, sagte Preetz, der es dem in München wohnhaften Babbel in diesem Zusammenhang auch weiterhin nicht zur Bedingung machen will, dauerhaft an seinen Arbeitsplatz überzusiedeln: „Er ist ein erwachsener Mann mit Familie. Die Entscheidung, wo Frau und Kinder leben, ist eine, die nur die Familie besprechen und entscheiden muss.“

So ist es eine rein sportliche Frage, ob Babbel und der Hauptstadtklub ihre 2010 begonnene Zusammenarbeit fortsetzen werden. Babbel, der als Profi höchste Ziele gewohnt war, will wissen, was mit Hertha mittelfristig möglich ist. Eine klare Ansage für den nächstmöglichen Zeitpunkt zur Kadergestaltung gibt es vom Chef bereits: „Aktuell gehen wir nicht davon aus, dass wir im Winter auf dem Transfermarkt tätig werden“, sagte Preetz. Die Finanzen machen es nicht möglich, der sportliche Status quo aber auch kaum nötig.

Weil sich auch der für monetäre Angelegenheiten zuständige Geschäftsführer Ingo Schiller entschuldigen ließ – er weilt im Urlaub, „und wir hielten es nicht für angemessen, ihm den wegzunehmen“, sagte Gegenbauer –, blieb Raum für eher leichte Themen. Die Kieztour? Wird fortgesetzt. „Die Resonanz ist großartig“, sagte Preetz: „Wir wollen in allen Kiezen gewesen sein und allen Berlinern eine Freude machen, das haben wir noch nicht erreicht.“ Das in Fremdbesitz befindliche Gründungsschiff „Hertha“ soll aus Brandenburg zurück nach Berlin geholt werden. „Aber“, schränkte der mit diesem Auftrag betraute Aufsichtsratschef Bernd Schiphorst ein: „Nicht um jeden Preis!“ Der aktuelle Eigentümer sei ja „ein ganz reizender alter Mann. Aber wenn er mit uns redet, hat er so ein wenig das Eurozeichen in den Augen.“ Unnötig zu erwähnen sei, dass der 120. Klubgeburtstag im Sommer 2012 einen idealen Termin für einen so prestigeträchtigen Rückkauf darstelle.

Ein weiterer Termin im nächsten Jahr ist die Wahl des Präsidiums von Hertha BSC. Ob er Präsident bleibe, „werden die Mitglieder entscheiden“, sagte Gegenbauer. Seine Bereitschaft zum Weitermachen aber, die ist gegeben: „Wenn nichts Weltbewegendes passiert, würde ich weitermachen wollen und darum bitten, dass ich wiedergewählt werde.“

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