Kolumbianisches Nationalteam

Hertha-Torjäger Ramos trifft auf Weltstar Messi

Bis Mittwoch trainierte Hertha-Stürmer Adrian Ramos noch im kalten Berlin. Am Dienstag spielt er mit der kolumbianischen Nationalmannschaft gegen Argentinien mit Weltstar Lionel Messi - von dem ihn nicht nur statistisch einiges unterscheidet.

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In dieser Woche offenbarte sich für Adrian Ramos einmal mehr, wie eng im modernen Profifußball die Extreme beieinander liegen. Da hatte der Stürmer in Diensten von Hertha BSC so sehr auf eine Einladung zur kolumbianischen Nationalmannschaft gehofft, die derzeit in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft aktiv ist. Doch die Zeit verstrich, der Anruf blieb aus, und so musste sich der 25-Jährige mit der Aussicht zufrieden geben, dass sein sportlicher Höhepunkt das Testspiel beim SC Borsigwalde am vergangenen Sonnabend (9:1) sein würde. Auch Berater Helmuth Wennin hatte sich schon in Rage geredet: „Niemand weiß, warum der Nationaltrainer Adrian draußen lässt. Es gibt keine Erklärung.“

Und seit der Nacht auf Donnerstag auch keinen Grund mehr für Ärger. Ramos wurde nachnominiert , und so steht plötzlich ein ganz anderes Kaliber an Gegner an: Am Dienstag geht es gegen Argentinien und damit gegen Superstar Lionel Messi. So schnell kann es gehen.

Direkt hinter Argentinien

Die Bühne ist also angerichtet für einen weiteren großen Auftritt. Ramos hat gegen Messi die Möglichkeit, sich weiter zu empfehlen. Und das möchte er ja so gern, schließlich ist es sein erklärtes Ziel, irgendwann für einen größeren Verein spielen zu können. Am Dienstag geht es aber nicht nur um das Treffen mit Superstar Messi. Nein, es besteht auch die realistische Chance, sich mit Kolumbien für die WM-Endrunde zu qualifizieren. Derzeit steht seine Mannschaft punktgleich mit Argentinien auf dem dritten Rang, der zur Teilnahme berechtigt. Kolumbien hat sogar noch ein Spiel weniger. Kein Wunder, dass Messi derzeit ein wenig frustriert daherkommt: „Wir dürfen nun keinen weiteren Punkt liegen lassen. Es ist ärgerlich, wenn man Chancen hat, ein Tor zu schießen, aber wenn einem einfach das nötige Glück fehlt“, sagte er nach einem enttäuschenden 1:1 gegen Bolivien. Die Chancen für Ramos und Co. stehen also gut. Auch wenn der direkte Vergleich der beiden Spieler für den Berliner natürlich recht ernüchternd ausfällt.

"Gauchos" mit Weltstar Messi

Auf der einen Seite also Lionel Messi, der derzeit wohl beste Fußballer der Welt. Schon ein Blick auf seine beeindruckende Torstatistik macht deutlich, in welchen Sphären sich der nur 1,69 Meter große Mann derzeit bewegt. Unglaubliche 133 Tore in 188 Spielen hat Messi seit seinem Einstand für den FC Barcelona in der spanischen Primera Division geschossen. Dazu kommen noch 22 Treffer aus dem Pokal, 45 Tore aus der Champions League. 15 Mal traf Messi für sein Heimatland Argentinien.

In der laufenden Saison scheint er allem die Krone aufzusetzen, in bislang 11 Spielen traf er 14 Mal. Auf seine Profikarriere hochgerechnet hat er im Durchschnitt bislang 0,6 Tore pro Spiel geschossen. Dreimal hat er mit dem FC Barcelona die Champions League gewonnen, hinzu kommen zahlreiche nationale Titel, der Olympiasieg 2008 und zwei Wahlen zum Fußballer des Jahres. Die Quote bei Ramos fällt naturgemäß bescheidener aus.

27 Treffer in 72 Liga-Partien

In bislang 72 Liga-Partien für Hertha traf er 27 Mal, dazu kommen sechs Treffer im Pokal. In seinen beiden Saisons in Berlin war er stets bester Schütze. Für seinen alten Verein CD America de Cali schoss er insgesamt sechs Tore, für Kolumbien war er bei 15 Spielen zweimal erfolgreich. Seine Quote liegt bei 0,4 Toren pro Spiel. Auch das ist ein guter Wert, nicht umsonst war Ramos seit seinem Wechsel zu Hertha immer der treffsicherste Berliner. Und doch geht seiner Karriere bislang diese gewisse Geradlinigkeit ab.

Das zeigte sich in der Vergangenheit immer zum Ende der Transferperioden, wenn sein Berater im Tagesrhythmus verkündete, sein Schützling habe prominente Anfragen anderer Klubs und wolle gern wechseln. Ramos selbst hat das so nie bestätigt, dementiert hat er es aber auch nicht. Mit einem möglichen Wechsel ist das ohnehin so eine Sache. Im Sommer waren alle Beteiligten heilfroh, den Vertrag mit dem 25-Jährigen vorzeitig bis 2015 verlängert zu haben. Vor allem Trainer Babbel setzt auf seine Leistungen. Auf der anderen Seite hoffen die Verantwortlichen, ihn vor Ablauf gegen eine hohe Ablösesumme verkaufen zu können. Auf etwa fünf Millionen Euro wird sein Marktwert geschätzt – der zweithöchste bei Hertha nach Raffael (6 Millionen Euro).

Solche Überlegungen gibt es für Messi nicht. Er, der einen geschätzten Marktwert von 100.000 Millionen Euro hat, schlug bereits Offerten aus England aus, die ihm ein Jahresgehalt von etwa 12 Millionen Euro versprochen hätten. Erst kürzlich erneuerte er seinen Wunsch, seine Karriere in Barcelona beenden zu wollen. Wo soll er sonst auch hin? Er ist im Verein groß geworden, und einen besseren wird er nicht finden. Der einzige Titel, der noch fehlt, ist der des Weltmeisters. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin wäre ein Sieg gegen Kolumbien und Ramos. Der aber wird etwas dagegen haben. Beim letzten Zusammentreffen, einem 0:0 bei der Copa America, hatte der Berliner bereits gute Torchancen, vergab sie aber. Das will er dieses Mal besser machen. Jetzt, da er schon einmal da ist.

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