Von seinem ersten Pflichtspiel sagt Pierre-Michel Lasogga, dass es „ein bisschen wenig war“. So selbstkritisch müsse er sein. Er sei Besseres von sich gewohnt, als sich zwar zu bemühen, aber nicht auch zu Torszenen zu kommen. Was wie eine Bewertung des Bundesliga-Debüts des 19-Jährigen am vergangenen Wochenende gegen Nürnberg klingt, ist de facto eine Wiedergabe vom Auftakt der U21 in der EM-Qualifikation gegen Zypern. Zwar siegte Deutschland in Karlsruhe 4:1, aber Stoßstürmer Lasogga blieb in seinen 72 Minuten Einsatzzeit ein Fremdkörper und hatte an keinem der vier Tore einen Anteil.

Immerhin hatte sich der DFB-Nachwuchs reichlich Torchancen erarbeiten können, und das ist dieser Tage ja schon ein gewaltiger Unterschied zu Lasoggas Arbeitgeber Hertha BSC. Das Spiel der Berliner gegen Nürnberg sei „mehr nach dem Zufallsprinzip“ verlaufen, klagt Lasogga: „Es war nicht leicht da vorn, wenn so viele Bälle einfach nur vorgeschossen werden.“ Als der Mann an der Front wünscht Lasogga sich in dieser Hinsicht für den Sonnabend in Hamburg „eine deutliche Steigerung“. Hoffnung bereitet ihm, „dass der HSV mit den vielen neuen Spielern sich noch finden muss“ – gerade defensiv gilt das. Gut für Lasogga, vielleicht. Herthas Shootingstar der vergangenen Spielzeit (13 Zweitliga-Tore, fünf Vorlagen) ist heiß darauf, auch in der höchsten Liga zu treffen. „Ich bin schon echt geil darauf, das erste Tor für mich verzeichnen zu können.“

Gleichzeitig räumt Lasogga ein für alle Mal mit der von Trainer Markus Babbel verbreiteten Mär auf, wonach einzelne Spieler – oder sogar das gesamte Team – von großen Kulissen zu beeindrucken wären. Eine Blockade habe er nicht. Weder daheim noch auswärts. Auch nicht in Hamburg, wo am Sonnabend 50.000 Zuschauer gegen Hertha erwartet werden. Nein, sagt Lasogga, des Trainers These könne er „nicht bestätigen. Ich habe lange genug vor 100 Zuschauern gespielt. Ich genieße es, wenn die Hütte voll ist.“

sto