Hertha BSC hat das Überraschungsteam von Erzgebirge Aue von der Spitze der 2. Fußball-Bundesliga gestürzt und selbst zurück in die Erfolgsspur gefunden.

Nach drei Pleiten nacheinander besiegten die Berliner am Sonntag die „Veilchen“ mit 2:0 (1:0) und rückten in der Tabelle mit 32 Zählern hinter dem punktgleichen FC Augsburg wieder auf Rang zwei vor.

Aue ist nach nur einem Remis aus den letzten drei Partien mit 31 Punkten nach dem 16. Spieltag nun Dritter.

Mit einem verwandelten Foulelfmeter (37.) beendete Lewan Kobiaschwili die 327-minütige Torlosigkeit von Hertha. Der noch 18-jährige Pierre-Michel Lasogga traf zum 2:0 (65.).

Aues Abwehrmann Adli Lacheb hatte im Strafraum den jungen Berliner Stürmer Lasogga geklammert, der Ex-Schalker Kobischwili schoss den Elfmeter genau in die Mitte des Auer Tores.

Die Gäste spielten vor 45.892 Zuschauern lange mutig mit, starteten aus einer kompakten Defensive immer wieder schnelle Gegenstöße. Enrico Kern hatte sogar die Führung auf dem Kopf (20.), doch der starke Tscheche Roman Hubnik rettete für Hertha.

Nach einer halben Stunde konnte der Bundesliga-Absteiger mehr Druck aufbauen. Nikita Rukavytsya konnte zunächst nicht erhöhen. Auf Zuspiel des Australiers machte es Lasogga besser.

Aue bot Hertha viel Gegenwehr, auch nach dem 0:2-Rückstand prüften die Gäste noch Berlins dritten Keeper Sascha Burchert, der nach Verletzung von Maikel Aerts und Sperre von Marco Sejna ins Tor musste. Den Erzgebirglern fehlte aber in der Offensive die letzte Entschlossenheit und Genauigkeit.

Eine Minute vor dem Ende feierte bei Hertha der 35 Jahre alte Andreas Neuendorf, der eigentlich in der 2. Mannschaft seine Karriere ausklingen lassen wollte, sein Profi-Comeback.

Hertha spielte mit Trauerflor. Mit einer Schweigeminute ehrten die Zuschauer - darunter mehr als 10.000 Aue-Anhänger - den früheren Berliner Präsidenten Wolfgang Holst, der im Alter von 88 Jahren in dieser Woche verstorben war.

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dpa/mim