Noch neunmal muss Hertha BSC in dieser Saison in der Zweiten Liga antreten, dreimal ist die Konstellation eine solche wie an diesem Wochenende. Von den Ergebnissen der Konkurrenz zwischen Freitag und Sonntag hängt ab, ob die Blau-Weißen im Topspiel am Montagabend entweder unter dem Druck stehen, nachlegen zu müssen, oder ob sie im Gegenteil einen gewaltigen Schritt nach vorn zeitigen können.

Im Hier und Jetzt hat der 1.FC Union es gut gemeint mit dem Stadtrivalen, das 0:0 gegen den Tabellenzweiten Augsburg hilft auch Hertha. Mit einem Sieg am Montag in Fürth kann der Hauptstadtklub nun zum einen den Vorsprung auf den ärgsten Verfolger auf vier Punkte ausbauen und zugleich mit der Spielvereinigung aus dem Frankenland einen weiteren Rivalen distanzieren. Ob es ein Spieltag ganz nach dem Geschmack der Berliner wird, hängt nun noch vom Ausgang der Spiele von VfL Bochum und Energie Cottbus ab, die am Montag stattfinden.

Im Bereich des Faktischen steht fest, dass Trainer Markus Babbel in Fürth auf seinen Dauerbrenner verzichten muss. 2224 der bisher gespielten 2250 Saisonminuten hat Christian Lell bestritten, in allen 25 Punktspielen in der Startelf gestanden. Diese Serie wird nun reißen. Ein gegen Frankfurt am vergangenen Freitag erlittener Faserriss im Oberschenkel bremst Lell aus. Zwar sagte er noch Freitag, der Muskel fühle sich gut an – doch ein für Sonntag geplanter Härtetest fand nicht statt. Lell wird nun voraussichtlich von Christoph Janker ersetzt, für den es in diesem Fall der erste Startelfeinsatz seit 8. Mai – damals, beim 1:3 gegen Bayern München am letzten Spieltag der vergangenen Saison, war Hertha noch Erstligist.

Fürth beklagt acht Ausfälle

Was aber ist der Ausfall von Lell verglichen mit den Problemen, die Babbels Fürther Berufskollege Mike Büskens zu beklagen hat. Acht Spieler fehlen gesperrt oder verletzt; darunter solche wie Stürmer Kingsley Onuegbu oder Keeper Max Grün mit Knöchel- oder Schienbeinbrüchen; obendrein allesamt Stammspieler oder solche, die der Anfangself zumindest sehr nahe stünden und mit ihrem Ausfall einen Mangel an Alternativen hinterlassen. Etwa verteidigen in der Vierer-Abwehrkette rechts und links mit Bernd Nehrig und Edgar Prib schon seit geraumer Zeit gelernte Mittelfeldspieler. Umso beeindruckender geraten die erst 19 Gegentore, die Fürth hat hinnehmen müssen, die wenigsten in Liga zwei.