Hertha BSC

Patrick Ebert kehrt mit einem Blitzstart zurück

Als Einwechselspieler bereitete der 23-Jährige in Karlsruhe zwei Tore vor. Besser hätte es nicht laufen können. Hatte Patrick Ebert doch nach einem in der Sommervorbereitung erlittenen Kreuzbandriss lange acht Monate auf seine Rückkehr auf den Rasen warten müssen.

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Nach seinem großen Auftritt stand Patrick Ebert der Sinn nach einem kleinen Scherz. Ob er denn zufrieden sei mit seinem Comeback, wurde der Außenspieler von Hertha BSC gefragt. Da verzog Ebert nur das Gesicht, zögerte und sagte dann: „Also, ein Tor hätte ich schon ganz gerne selbst geschossen.“ Das war natürlich nicht ernst gemeint, wie er dann auch mit einem Lachen einräumte. Er wusste: Viel besser hätte es kaum laufen können. Nicht für Hertha BSC mit sechs Toren in einer Halbzeit, und auch nicht für ihn persönlich – hatte er doch nach einem in der Sommervorbereitung erlittenen Kreuzbandriss lange acht Monate auf seine Rückkehr auf den Rasen warten müssen.

In Karlsruhe geriet die förmlich zum Blitzstart: Nur Sekunden nach seiner Einwechslung für Nikita Rukavytsya in der 61. Minute bekam er von Adrian Ramos den Ball zugespielt, startete auf der rechten Seite mit vollem Tempo durch und gab praktisch mit seinem ersten Ballkontakt eine mustergültige Vorlage vor das Tor des Karlsruher SC, die Raffael zum wegweisenden 2:1 verwandelte. Zusammen mit der halben Mannschaft lief Ebert zu den Fans, küsste das Hertha-Emblem auf seinem Trikot und ließ sich feiern. Schon beim Warmlaufen hatten ihn die rund 1800 mitgereisten Herthaner mit lauten Sprechchören begrüßt. „Ich freue mich, dass mich die Fans immer weiter unterstützt haben und hoffe, dass ich es ihnen jetzt mit Leistung zurückzahlen kann“, sagte Ebert, der beim blau-weißen Anhang indessen noch immer als „Rowdy“ firmiert. Eine gesangliche Reminiszenz an jene Begebenheit aus dem März 2009, als Ebert auf dem Nachhauseweg von seinem 22. Geburtstag den einen oder anderen Außenspiegel touchiert haben soll. Vergangenheit.

Im Hier und Jetzt war es nur drei Minuten nach seiner ersten Torvorlage erneut Ebert, der mit seinem Angriff über links und einem wohlüberlegten Pass auf Pierre-Michel Lasogga das 3:1 – wiederum durch Raffael – einleitete. Keine Frage, die Einwechslung von Patrick Ebert hatte dem Spiel seine entscheidende Wendung gegeben. „Patrick hat für einen Schub gesorgt, es freut mich ganz besonders für ihn. Man hat gesehen, dass er uns helfen kann“, urteilte Verteidiger Christian Lell. Und Trainer Markus Babbel schwärmte: „So stellt man sich ein Comeback vor. Es ist ein erster guter Schritt, aber man muss noch Geduld mit ihm haben.“ Die hatte der 23-Jährige in den vergangenen Wochen nicht immer gehabt. Tatsächlich war sein Weg zurück in den Kader beschwerlicher als zunächst angenommen. Monatelang hatte er im Einzeltraining gerackert. Dann forderte er von Babbel öffentlich Einsätze ein – und wurde prompt erst einmal zu den Amateuren verbannt. Kein Wunder, dass er erst einmal auf die ganz großen Worte verzichtete. „Ich bin glücklich, dass ich überhaupt wieder spielen kann, es ist ein schönes Gefühl“, sagte er.

Seine Rückkehr wird nun die Frage aufwerfen, wie Babbel auf der Außenposition in den nächsten Wochen verfährt. Rukavytsya, sein direkter Konkurrent, kam in Karlsruhe über ein durchschnittliches Spiel mal wieder nicht hinaus. Gute Leistungen wechseln sich mit weniger starken munter ab, andererseits steht der Australo-Ukrainer mit drei Saisontoren und sieben Vorlagen noch immer auf Rang vier in Herthas interner Scorerwertung. Auf der anderen Seite steht die Frage, wie fit Ebert schon wieder ist. „Ich fühle mich gut, ich hätte vielleicht auch schon über 90 Minuten spielen können“, gab er am Sonntag dann doch gleich wieder eine Kostprobe seines auch verbalen Könnens.

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