Morgenpost Online: Herr Favre, wie haben Sie das Spiel in Hannover gesehen?

Lucien Favre: Wir haben gut angefangen, hatten zwei klare Gelegenheiten. Das 0:1 war nur eine halbe Chance. Das ist momentan unser Problem.

Morgenpost Online: Lange Zeit in diese Saison hat Hertha aus wenigen Chancen relativ viele Tore gemacht.

Favre: Genau. Wir spielen jetzt besser als in der Hinrunde. Aber wir verlieren ein wenig die Balance zwischen Defensive und Offensive.

Morgenpost Online: Andrey Voronin hat die erste Rote Karte bekommen, seit Sie im Juli 2007 Hertha-Trainer sind.

Favre: Ich habe die Szene noch nicht im Fernsehen gesehen. So kurz nach dem Spiel will ich deshalb dazu nichts sagen.

Morgenpost Online: Sie sind aber als Disziplin-Fan bekannt.

. Favre: ..nochmal, jetzt ist es für mich zu früh. Aber er wird sicher nicht nur mit einem Spiel Sperre davonkommen.

Morgenpost Online: Hertha hat dreimal in Folge verloren. Wurde zu viel vom Titel geträumt?

Favre: Wir haben alle geträumt vom Titel. Wir hatten nur Gedanken ans Gewinnen. Das ist nach 25 Runden, wenn man Erster ist, normal. Aber jetzt müssen wir uns extrem konzentrieren, um einen Uefa-Cup-Platz zu erspielen.

Morgenpost Online: War der Druck zu groß?

Favre: Von Ende September an sind alle engen Spiele sehr gut für uns gelaufen. Wir haben uns seither verbessert. Wir hatten mit Stuttgart, Dortmund und Hannover schwere Gegner. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht alles gewinnen können.

Morgenpost Online: Wie geht’s weiter nach nun drei Niederlagen in Folge und dem Fall auf Platz vier?

Favre: Wir müssen weiter hart arbeiten. Ob wir Verletzungsausfälle haben oder Sperren: Wer auf dem Platz steht, muss Charakter zeigen. Wir müssen das Glück wieder provozieren.

Morgenpost Online: Die nächsten Gegner sind Werder Bremen, die TSG Hoffenheim und dann der Hamburger SV...

Wir haben ein schweres Programm. Aber wir werden das mit einem Uefa-Cup-Platz schaffen.