Zweite Liga

Hertha BSC will sofort wieder aufsteigen

Noch hat Hertha BSC gar nicht eingestanden, dass der Abstieg in die Zweite Liga wohl unausweichlich ist. Da macht der Klub schon den zweiten Schritt vor dem ersten: Er verspricht ein Konzept vorzulegen, wie der sofortige Wiederaufstieg in die Bundesliga geschafft werden soll. Bis April soll es vorliegen, sagt Präsident Werner Gegenbauer.

Nur mühsam findet die schwer angeschlagene Hertha aus der Schock-Starre – doch zumindest das Ziel im vorgezeichneten Horror-Fall Bundesliga-Abstieg ist schon formuliert. Der durch die sportliche Krise und die jüngsten Fan-Ausschreitungen schwer beschädigte Traditionsclub würde mit der Vorgabe „sofortiger Wiederaufstieg“ in die neue Zweitliga-Saison gehen.

„Das ist unsere Verpflichtung. Wir werden bis Mitte April ein schlüssiges Konzept für die 2. Liga vorlegen“, kündigte Präsident Werner Gegenbauer an.

Im Mittelpunkt wird bei geschätzten 35 Millionen Euro Verbindlichkeiten der finanzielle Rahmen stehen, der mit dem Absturz in der laufenden Spielzeit wieder korrigiert werden soll. Der Verein werde es schaffen, für die kommende Saison eine wettbewerbsfähige Mannschaft und ein wettbewerbsfähiges Umfeld aufzustellen, versprach Gegenbauer nach einem turbulenten Wochenende in der Sendung rbb-„Sportplatz“.

Die Etat-Planung von rund 70 Millionen Euro muss deutlich reduziert werden; mit rund 40 Millionen Euro könnte die erste Unterhaus-Spielzeit nach 13 Jahren Bundesliga angegangen werden. Die Personalkosten dürften von 30 Millionen auf 18 Millionen Euro zusammen gestrichen werden.

Zwar könnte Hertha bei allen Spieler-Verträgen, die über die aktuelle Saison hinauslaufen, eine Option für die 2. Liga ziehen. Doch nur bei wenigen Profis wird der Verein davon Gebrauch machen. Leihspieler wie Florian Kringe, Roman Hubnik, Cicero und Theofanis Gekas kehren zu ihren Clubs zurück; die Verträge von Torwart Jaroslav Drobny und Steve von Bergen laufen ohnehin aus.

Dass der Zweitliga-Absturz, der angesichts von acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz 16 und sogar neun Zählern auf den rettenden 15. Platz nur noch durch ein Wunder abzuwenden ist, Hertha in den Ruin treiben könnte, wies der für die Finanzen zuständige Geschäftsführer Ingo Schiller am Montag im „kicker“ zurück: „Ich kann ausschließen, dass der Abstieg die Existenz des Vereins gefährden würde.“

Top-Verdiener wie Kapitän Arne Friedrich und Raffael oder ein bei anderen Vereinen begehrter Nationalspieler wie Gojko Kacar sind jedoch zu den laufenden Konditionen nicht mehr bezahlbar. „Ich mache mir keine Sorgen, aber natürlich Gedanken“, sagte Clubchef Gegenbauer.

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Wer als Trainer die „alte Dame“ nach dem fünften Bundesliga- Abstieg sofort zurück ins Oberhaus führen soll, muss schon in kurzer Zeit Manager Michael Preetz entscheiden. „Es ist seine Aufgabe zu bestimmen, mit wem er arbeitet“, betonte Gegenbauer. Friedhelm Funkel, dessen Mission in Berlin acht Spieltage vor Saisonschluss gescheitert scheint, will seinen Vertrag bis zum Saisonende erfüllen: „Ich werde nicht aufgeben.“

Will Preetz schon jetzt direkt mit einem neuen Chefcoach die Zweitliga-Planungen vorantreiben, bleiben zwei Möglichkeiten: Hertha holt den Neuen sofort oder der Club setzt noch einmal auf eine Interimslösung etwa mit Amateurcoach Karsten Heine.

Preetz selbst, der in seinem ersten Jahr als Manager mitverantwortlich für den Absturz ist, hat von Gegenbauer eine Job-Garantie bekommen und will seine zweite Chance auch wahrnehmen. Er sei als Präsident zuständig für die Besetzung der Geschäftsführung, betonte Gegenbauer. Preetz arbeitet als Geschäftsführer Sport, Schiller ist für die Finanzen zuständig. „Da gibt es überhaupt keine Änderung“, erklärte der Clubchef.