Die 80 Minuten hatten deutliche Spuren hinterlassen. Als Amine Chermiti am Donnerstag nach dem Vormittagstraining vom Schenckendorff-Platz ging, waren Hose und Jacke voller Schlamm. Der tunesische Stürmer von Hertha BSC ist Schnee aus seiner Heimat nicht gewohnt, für ihn ist es der erste deutsche Winter. Er rutschte zwar hin und wieder weg, probierte aber alles: Der 21-Jährige grätschte, rannte und gab keinen Ball verloren.
Trainer Lucien Favre freut Chermitis Einsatz, im Spiel beim VfL Wolfsburg am Samstag benötigt er engagierte Angreifer (15.30 Uhr). Zumal der Schweizer auf Marko Pantelic verzichten muss. Der Serbe leidet weiterhin unter Kniebeschwerden und konnte nicht trainieren. Pantelic verpasst somit das dritte Spiel in Folge und ist nach Gojko Kacar (Achillessehnen-Beschwerden), Sofian Chahed (Muskelfaserriss) und Fabian Lustenberger (Fußbruch) der vierte Verletzte. "Ich weiß nicht, wann er wieder fit ist", sagte Trainer Favre.
Patrick Ebert hingegen hofft auf einen Einsatz am Samstag. Der Mittelfeldspieler konnte am Donnerstag allerdings nur unter Schmerzen trainieren. Ihn plagen seit dem 2:1 gegen Bayern München Beschwerden an der rechten Ferse, in die er unter der Woche Spritzen bekam. Ob Ebert spielen kann, entscheidet sich am Samstag. Sollte er nicht rechtzeitig fit werden, wäre Maximilian Nicu die Alternative für die rechte Außenbahn. Zuletzt spielte der 26-Jährige im defensiven Mittelfeld. Nachdem Pal Dardai aber wieder gesund und Cicero nach seiner Gelbsperre spielberechtigt ist, hat Favre auf der Position vor der Abwehr keine Probleme mehr. Er hat sich festgelegt: Cicero steht in Wolfsburg in der Startelf.
Zudem ist Nicu in guter Form. Rumäniens Nationaltrainer Victor Piturca gefielen die jüngsten Leistungen so gut, dass er sich nach der Staatsbürgerschaft des Profis erkundigte. "Ich habe einen deutschen Pass, aber ich habe mich schon informiert, wie ich einen rumänischen beantragen kann", sagte er dem "Kicker".
Wie Nicu überzeugte zuletzt auch Rodnei. Der brasilianische Verteidiger kam gegen München in der vergangenen Woche das erste Mal in der Bundesliga zum Einsatz. Ob er am Samstag erneut in der Startelf der Berliner stehen wird, hält sich sein Trainer noch offen. "Seine Leistung gegen Bayern war in Ordnung. Manchmal verlässt er aber seine Position. Er hat noch viel zu tun", sagte der Fußball-Lehrer.
Das gilt auch für Lennart Hartmann und Lukas Piszczek, die sich nach ihren Operationen noch im Aufbautraining befinden. Sie sind erst von Montag an wieder voll belastbar.



