Die Wege von Pantelic und Hertha trennen sich im Sommer deshalb, weil der Angreifer den Kern-Grundsatz von Favre nicht teilt: „Jeder kann sich verbessern, auch ein Spieler, der 30 Jahre ist.“ Pantelic hält dieser Forderung entgegen, dass ein guter Trainer seine Spieler „so respektiert, wie sie sind“ und sie nicht dauernd verändern wolle.

Gegensätzlicher können Typen kaum sein: Hier der auch im Erfolg bescheidene Trainer, dort die Diva, die nichts mehr liebt als im Mittelpunkt des Scheinwerferlichtes zu stehen. Der 30-jährige Pantelic versteht Fußball als Spektakel, er liebt es, den Hauptdarsteller zu geben.

Favre geht es um den Erfolg. Den gibt es im modernen Fußball nur, wenn jeder sich mit seinen Fähigkeiten zum Nutzen des Ganzen einbringt. Für Favre steht lange vor dem Spiel im Stadion die Trainingsarbeit. Nimmt sich ein Spieler wie Pantelic ständig Auszeiten, wertet der Trainer das als mangelnden Respekt gegenüber den Kollegen.

Wichtig für Favre ist die Stimmung in der Kabine, das Beispiel, das die Älteren geben. Mit Sorgen beobachten sie bei Hertha BSC, dass Pantelic seinem serbischen Landsmann Gojko Kacar (22) vorführt, wie man immer wieder Pausen einlegen kann, Abstecher zur Nationalmannschaft mit Heimatbesuchen verbindet. Und wie man überhaupt die eine oder andere angenehme Seite des Promi-Status als Profifußballer in Berlin ausleben kann. Auch andere Spieler wie etwa Patrick Ebert (21) müssen sich bald entscheiden, welchem Vorbild sie folgen wollen: dem von Pantelic oder dem von Josip Simunic.

ub