Morgenpost Online: Herr Friedrich, wegen Ihrer Rückenprobleme haben Sie die Teilnahme am Länderspiel gegen Norwegen abgesagt. Wie sehr schmerzt das?

Arne Friedrich: Ich wäre gern dabei gewesen. Aber ich habe mit dem Bundestrainer abgesprochen, dass ich lieber in Berlin bleibe. Ich glaube nicht, dass mich das zurückwirft. Denn Joachim Löw weiß, was er an mir hat. Schließlich gehöre ich lang genug der Nationalmannschaft an.

Morgenpost Online: Mit dem Hoffenheimer Andreas Beck hat Löw einen weiteren Verteidiger nominiert. Der Konkurrenzkampf in der Abwehr verschärft sich.

Friedrich: Nicht nur in der Abwehr. Auch im Mittelfeld und Angriff. Ich sehe das aber positiv. Die Qualität der Mannschaft wird so verstärkt.

Morgenpost Online: Als Tabellendritter steht Hertha vor dem Spiel gegen München im Fokus. Inwiefern müssen Sie als Kapitän den jungen Spielern helfen, damit umzugehen?

Friedrich: Wir müssen und werden in unserer Situation Ruhe bewahren. Wir haben uns eine tolle Ausgangsituation erspielt, bleiben aber dennoch realistisch. Ich habe aber ohnehin nicht das Gefühl, dass bei uns jemand abhebt und ich ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss. Alle ziehen super mit.

Morgenpost Online: Haben Sie nach dem 1:1 in Bielefeld mit Zugang Leandro Cufre gesprochen? Er hatte einen unglücklichen Einstand.

Friedrich: Nach dem Spiel noch nicht, denn ich habe noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Er ist ein erfahrener Spieler und kann mit der Kritik an ihm umgehen. Außerdem ist er erst wenige Tage bei uns. Man sollte ihm etwas Zeit geben.

Morgenpost Online: Derzeit sind zahlreiche Hertha-Spieler auf Länderspielreisen, andere fallen verletzt aus. Wie sehr bereitet Ihnen das Sorgen?

Friedrich: Das wird sicherlich keine gewöhnliche Trainingswoche. Wir können nur hoffen, dass alle gesund von ihren Nationalmannschaften wiederkommen.

Morgenpost Online: Cicero ist nach seiner fünften gelben Karte gesperrt. Wie kann die Mannschaft das kompensieren?

Friedrich: In der Hinrunde haben wir bewiesen, dass wir einen guten Kader besitzen und andere Spieler einspringen können. Dass wir das auch gegen Bayern können, müssen wir jetzt zeigen. Ich bin aber optimistisch. Denn gegen Bayern ist es immer etwas Besonderes.

Morgenpost Online: Danach spielen Sie beim VfL Wolfsburg. Wie gut ist Hertha wirklich?

Friedrich: Aus meiner Sicht sind wir in beiden Partien leichter Außenseiter. Über Bayern brauchen wir nicht sprechen. Wolfsburg hat zuhause noch kein Spiel verloren. Aber warum sollen wir nicht weiter positiv überraschen? Haben wir in der Hinrunde doch auch getan. Da sahen wir gegen die Teams von oben meist gut aus.

Morgenpost Online: Was sind die Gründe für Herthas aktuellen Erfolg?

Friedrich: Wir haben mit Lucien Favre einen der besten Trainer, die ich bei Hertha bislang erlebt habe. Wir haben taktisch dazu gelernt und zeichnen uns durch Moral, Disziplin und Ordnung aus. Außerdem haben wir einfach einen Lauf, das macht vieles einfacher.

Morgenpost Online: Favres Ziel ist es, jeden Spieler besser zu machen. Wie haben Sie sich unter ihm weiterentwickelt?

Friedrich: Ich lerne sehr viel bei ihm. Vor allem, die Hintermannschaft zu organisieren und das Verhalten in der Zone. Er achtet auf Details wie das Spiel mit dem schwächeren Fuß. Das bringt mir sehr viel.