Bundesliga

Herthas Marvin Plattenhardt profitiert vom Trainerwechsel

Von der Tribüne in die Startelf: Unter Herthas neuem Trainer Pal Dardai bekommt der bisher kaum gebrauchte Marvin Plattenhardt eine neue Chance. Auch gegen Freiburg ist der Verteidiger erste Wahl.

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Im Training spielt Marvin Plattenhardt in der Mannschaft mit den gelben Leibchen. Neben Peter Pekarik, Jens Hegeler und John Brooks. Das ist die Abwehrformation der A-Mannschaft. So hatte Neu-Trainer Pal Dardai bei seiner Premiere in Mainz aufgestellt. Und nach dem 2:0-Sieg steht zu erwarten, dass die Defensivreihe auch im Heimspiel gegen den SC Freiburg am Sonntag (15.30 Uhr/im Liveticker bei immerhertha.de) so aussehen wird. Es hat acht Monate gedauert, bis Plattenhardt sich diesen Status in Berlin erarbeitet hat.

Im Sommer von Absteiger Nürnberg gekommen, fand der Linksverteidiger zunächst kaum bis gar nicht statt. Ein 24-Minuten-Einsatz im August stand zuvor zu Buche (beim 2:4 in Leverkusen), dazu ein rabenschwarzer Tag im November-Heimspiel gegen Hannover (0:2). Plattenhardt patzte bei beiden Gegentreffern und sagt heute: „Ja, das war ein unglückliches Spiel.“

Lob von Manager Preetz

Seither hat er täglich mittrainiert, absolvierte aber kein einziges Pflichtspiel. „Das war schwer. Aber ich habe mich nicht hängen lassen und versucht, gut zu trainieren“, sagt Plattenhardt. Vor einer Woche, beim ersten Training unter Dardai, sagte der neue Übungsleiter: „Ich war richtig überrascht von Marvin. Er war sehr gut drauf. Ich habe mit dem Manager Rücksprache gehalten. Marvin hat seine Chance verdient. Und wenn ich Chance sage, meine ich nicht nur ein Spiel.“

Wenn man so lange nicht gespielt hat, geht es darum, möglichst rasch den Spielrhythmus zu finden. In Mainz interpretierte Plattenhardt seine Rolle sachlich. 44 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 48 Prozent angekommene Pässe, 59 Ballkontakte – da ist Luft nach oben. „Als Spieler bereite ich mich immer so vor, als ob ich zum Einsatz komme. Ich war in Mainz glücklich, das Vertrauen bekommen zu haben.“ Und Manager Michael Preetz stellte fest: „Wenn Marvin so spielt, hilft er uns allen.“

Plattenhardt ist mit seinen 23 Jahren nach wie vor in der Entwicklung. Der Schritt von Nürnberg nach Berlin war groß. Jos Luhukay, sein ehemaliger Vorgesetzter, war sich nie ganz sicher, ob der Neue die Erwartungen erfüllen kann. Plattenhardt sagt: „Klar ist Hertha wichtig in der Stadt. Das merkt man, wenn man eine der vielen Zeitungen aufschlägt, das hat schon Dynamik.“ Das habe es bei seinen bisherigen Stationen so nicht gegeben. Er sagt, er wolle nicht über das Thema Abstiegskampf reden. Aber er habe das in Nürnberg erlebt und wisse sehr wohl, wie Drucksituationen für Profis aussehen können.

Sein Vertrag läuft bis 2017

Gleichwohl weiß Plattenhardt, dass nach acht Monaten bei Hertha ein ordentlicher Auftritt nur ein erstes, zartes Pflänzchen sein kann, eine Hoffnung auf mehr. „Das erste halbe Jahr war nicht so prickelnd“, gibt Plattenhardt zu. „Jetzt gilt es, weiter hart zu trainieren, um der Mannschaft zu helfen.“ Der Vertrag des siebenmaligen U21-Nationalspielers in Berlin läuft noch mehr als zwei Jahre bis 2017.

Plattenhardt weiß, was von Fußball-Profis verlangt wird. Auf die Frage, was er sich für die kommenden Wochen vorgenommen hat, sagt er: „Nach vorne schauen und mutig sein. Wir müssen noch einige Spiele gewinnen, um die nötigen Punkte zu holen. Und das werden wir tun.“