Salomon Kalou

„Niemeyer sagte zu mir: Lass Ronny schießen!“

Herthas neuer Angreifer Salomon Kalou wurde gegen Mainz zum ersten Mal eingewechselt. Nach seinem Debüt spricht der Ivorer über seine Rolle bei den Berlinern und ein verwehrtes Erfolgserlebnis.

Foto: Maja Hitij / dpa

Salomon Kalou lächelt gern. Dabei kommt dann diese kleine Zahnlücke zum Vorschein, die den 29 Jahre alten Ivorer immer noch lausbubenhaft aussehen lässt. Das Lächeln hat der Stürmer, den Hertha kurz vor Transferschluss für 1,8 Millionen Euro aus Lille verpflichtete, auch nicht verloren, als sein Einstand bei den Berlinern gegen den FSV Mainz misslang. 20 Minuten durfte der Champions-League-Sieger von 2012 gegen die Rheinhessen mitwirken. Die 1:3-Niederlage konnte er nicht verhindern. Gern hätte er dieses Spiel aber dennoch mit einem Erfolgserlebnis beendet – einem Elfmetertor. Doch ein Platzhirsch auf diesem Gebiet machte ihm dabei einen Strich durch die Rechnung.

Berliner Morgenpost: Herr Kalou, wie haben Sie Ihr erstes Spiel für Hertha erlebt?

Salomon Kalou: Ich konnte es nicht genießen, weil wir eben 1:3 verloren haben. Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns. Aber wir haben noch eine lange Saison vor uns und müssen uns nun darauf konzentrieren, dass noch viele Spiele kommen werden. Wichtig ist es, dass wir uns jetzt das Vertrauen in uns selbst zurückholen. Das geht aber nur, indem man gewinnt, gewinnt und nochmals gewinnt.

Auf welcher Position sehen Sie sich? Vorn, als zentralen Stürmer, links außen, oder als hängende Spitze?

Für mich ist das eigentlich ganz egal, wo ich spiele. Mir ist es wichtig, der Mannschaft zu helfen, und ich spiele dort, wo ich darf. Noch aber geht es für mich darum, die neuen Kollegen richtig kennenzulernen und den Fußball hier bei Hertha zu verstehen. Das braucht allerdings noch Zeit.

Sie hätten den Elfmeter gegen Mainz gern selbst geschossen, stimmt’s?

Ja. Ich bin ein selbstbewusster Spieler. Im Fußball geht es um eins: um Selbstvertrauen. Ich hätte mir zugetraut, den Elfmeter zu verwandeln.

Aber Peter Niemeyer kam zu ihnen und redete auf Sie ein. Was hat er Ihnen gesagt?

Er sagte: Lass Ronny schießen! Und das ist dann auch so passiert. Ronny war länger im Spiel als ich, und er hat sich sicher gefühlt. Dann muss man solche Spezialisten auch schießen lassen. Aber vielleicht werde ich in Zukunft noch den ein oder anderen Elfmeter schießen.

Sie sind viel in Ihrer Karriere herumgekommen, haben in den Niederlanden, in England und Frankreich gespielt. Wie viele Sprachen sprechen Sie?

Ich spreche Französisch, Englisch und Niederländisch.

Welche ist Ihre Muttersprache?

Guro. Das ist ein Dialekt in der Elfenbeinküste (wird von etwa 332.000 Einwohnern der Elfenbeinküste gesprochen –die Redaktion). Dort gibt es insgesamt 60 Dialekte. Guro ist nur ein kleiner davon.

Wollen Sie, da Sie nun in der Bundesliga spielen, auch Deutsch lernen? Mit Ihrem Trainer Jos Luhukay könnten Sie ja eigentlich auch Niederländisch sprechen.

Ja. Das will ich mir schnell aneignen. Der Trainer spricht mit uns Spielern hier hauptsächlich Deutsch. Ich muss das lernen, um ihn und die Kollegen zu verstehen.

Haben Sie sich schon eine Wohnung gesucht? Werden Sie dort alleine wohnen?

Nein, noch lebe ich im Hotel. Aber ich werde mir schnell eine Wohnung suchen und dort allein einziehen. Meine Familie wird mich dann sicherlich oft besuchen kommen.

Aufgezeichnet von Jörn Meyn