Bundesliga

Hertha hofft auf vorzeitige Verlängerung von Peter Pekarik

Hertha BSC will den Vertrag des Außenverteidigers und derzeitigen Kapitäns Peter Pekarik vorzeitig verlängern. Doch der Slowake hat gerade den Berater gewechselt. Ob er das Angebot annimmt, ist offen.

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Die erfolgreichen Deals im Profifußball sind häufig die leisen. Jene, von denen niemand etwas ahnt. Die dann bei passender Gelegenheit einfach mitgeteilt werden. So hatte das Hertha BSC auch vor. Peter Pekarik, 27, ist eine der stillen Stützen der Berliner. Der rechte Außenverteidiger spielt konstant auf ordentlichem Niveau. Mit seiner ruhigen, professionellen Art hat er es zum Kapitän gebracht und vertritt in dieser Funktion seit Wochen den verletzten Fabian Lustenberger.

Am Sonnabend gegen Borussia Dortmund bestreitet Pekarik sein 50. Liga-Spiel im Hertha-Trikot. Die sportliche Leitung honoriert die Leistungen und hat dem 51-maligen slowakischen Nationalspieler ein Angebot zur vorzeitigen Vertragsverlängerung unterbreitet. Der bis Juni 2015 laufende Kontrakt von Pekarik soll um zwei Jahre bis 2017 erweitert werden. Eingeschlossen ist eine stattliche Gehaltserhöhung. Das berichtete das Fachmagazin „Kicker“.

Manchmal im Leben entwickeln sich die Dinge jedoch anders. So trennte sich Pekarik von seiner bisherigen Beratungsagentur „Extratime“. „Peter Pekarik und Rogon haben beschlossen, künftig zusammenzuarbeiten“, sagte Roger Wittmann, Geschäftsführer von „Rogon“ , der Berliner Morgenpost.

Was bisher ausblieb, ist, was Hertha sich erhofft hatte: die Unterschrift von Pekarik unter den neuen Vertrag. Spekulationen, dass Pekarik vom Champions-League-Starter FC Schalke umworben werde, bezeichnete Wittmann als „Blödsinn.“ An dem Thema sei nix dran, sagte der Berater. Er werde sich kommende Woche, wenn die Bundesliga-Saison beendet ist, „mit Peter zusammensetzen und über die Zukunft sprechen“.

Viele Baustellen in der Abwehr

Nun gilt das Interesse von Hertha BSC einem Spieler und nicht dessen Beratern. Aber der Wunsch, zeitnah Planungssicherheit für die nächsten drei Jahre auf der Position des rechten Außenverteidigers zu haben, gerät damit ins Stocken. Ingo Schiller, der mit Manager Michael Preetz an den Verhandlungen beteiligt ist, sagte: „Wir geben keinen Kommentar ab.“

Durch die Veröffentlichung lässt sich das Thema nun nicht mehr still im Hintergrund abhandeln. Stattdessen stellen sich jetzt Fragen: Sieht Pekarik, den Hertha im August 2012 vom VfL Wolfsburg verpflichtet hat, seine Zukunft überhaupt in Berlin? Bis 2015 steht er bei den Blau-Weißen unter Vertrag. Angenommen, Pekarik findet ein anderes Angebot lukrativer: Sollte Hertha den Verteidiger in diesem Sommer ziehen lassen, um eine Ablöse zu kassieren? Oder sollte der Verein auf Vertragserfüllung eben bis zum 30. Juni 2015 pochen?

Als hätte Hertha nicht genug Baustellen in der Abwehr. Weil der Klub seit Monaten versucht, einen guten Verteidiger für die linke Seite zu verpflichten. Matthias Ostrzolek (FC Augsburg/23 Jahre) ist ein Wunschkandidat von Trainer Jos Luhukay. Aber noch ist nichts unterschrieben. Außerdem sucht Hertha einen Innenverteidiger, da die Formkurve des jungen John Brooks immer mal wieder Achterbahn fährt.

Levan Kobiashvili, 36, wird seine Karriere beenden. Und Maik Franz spielt schon länger keine Rolle mehr in den Berliner Planungen. Vor diesem Hintergrund käme Hertha Kontinuität auf der rechten Abwehrseite gelegen. Aber im Moment macht es eher den Eindruck, dass die Zukunft von Peter Pekarik völlig offen ist.