Hertha BSC

Ausgerechnet gegen Bayern gibt Mukhtar sein Startelf-Debüt

Zum allerersten Mal stand Herthas Mittelfeldspieler in der Bundesliga in der Startelf. Trainer Luhukay hatte nicht Ronny auf die Position des Spielmachers gestellt, sondern den 19-Jährigen.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Hany Mukhtar stand in den Katakomben des Berliner Olympiastadions und lauschte den Jubelschreien der Bayern-Fans draußen auf den Rängen. Ausgerechnet gegen die Münchner, ausgerechnet am Abend, an dem Historisches für die Bundesliga geschehen war, durfte Mukhtar dabei sein. Und zwar mittendrin statt nur dabei.

Zum allerersten Mal stand Herthas Mittelfeldspieler in der Bundesliga in der Startelf. Sein Trainer Jos Luhukay hatte sich entschieden, nicht Ronny auf die Position des Spielmachers zu stellen, sondern den 19 Jahre alten Mukhtar. „Gott, das war ein wunderbares Gefühl“, schwärmte Mukhtar also, und von draußen schallten die Gesänge „Deutscher Meister ist nur der FCB“ herein.

Wie man Deutscher Meister wird, weiß Mukhtar. Er wurde es selbst schon einmal, mit Herthas B-Jugend. Das ist gerade einmal anderthalb Jahre her. Danach hat der Sohn eines sudanesischen Professors und einer deutschen Beamtin sofort den Sprung zu den Profis gewagt. Im Hinspiel (2:3), als die Berliner in München als einziges Team zwei Tore gegen die Bayern erzielen konnte, wurde Mukhtar bereits eingewechselt und gab damit auch sein Bundesligadebüt. Auch damals entschied sich Luhukay für ihn und gegen den Brasilianer Ronny. „Jungs wie Hany, die lernen von solchen Weltklassespielern der Bayern aktiv in 90 Minuten“, sagte Luhukay am Dienstagabend. „Das nehmen sie mit und werden stärker.“

Mukhtar wehrte sich gegen Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger im zentralen Mittelfeld. Seine beste Aktion hatte er, als er im zweiten Durchgang zwei Gegenspieler umdribbelte und Nico Schulz auf links ins Szene setzte. Ansonsten aber galt für ihn meistens: Gucken und Lernen. „Dass ich dabei war, macht mich stolz“, sagte Mukhtar. Die Niederlage, ja die tue natürlich trotzdem weh. „Aber wir haben uns nie aufgeben. Das bleibt.“ Bleiben wird für ihn auch die Erinnerung an diesen in vielerlei Hinsicht denkwürdigen Abend. mey