Bundesliga

Hertha-Trainer Luhukay: „Wir holen Wolfsburg auf Jahre nicht ein“

Der Trainer vom Hauptstadt-Klub lobt Kevin de Bruyne, den neuen Star des VfL Wolfsburg, und hadert mit der schwachen Leistung von Herthas Reservisten: Das ist mir zu wenig. Ich bin sauer und traurig.

Foto: Alex Grimm / Bongarts/Getty Images

Hertha, Leverkusen, Hoffenheim, Bayern – Dieter Hecking redet nicht drum herum. „In drei der nächsten vier Spiele treffen wir auf direkte Gegner im Kampf um die internationalen Plätze“, sagte der Trainer des VfL Wolfsburg. Bei Jos Luhukay, dem Trainer von Hertha BSC, hört sich das anders an. Auf die Frage, ob Hertha gegen Wolfsburg ein Topspiel sei, antwortet Luhukay: „Nein.“

Zwar kann seine Mannschaft am Sonntag (17.30 Uhr, Olympiastadion und im Liveticker bei Immer Hertha) den VfL überholen und sich auf Rang sechs vorschieben. Aber bei dem Gedankenspiel, ob Hertha dann das Saisonziel korrigieren werde, schaut Luhukay erschrocken. „Es geht weiter darum, die Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.“ Selbst, falls Hertha an Wolfsburg vorbeiziehen würde, „sind wir weit entfernt von deren Möglichkeiten“. Seine Prophezeiung: „Wir werden Wolfsburg auf Jahre nicht einholen.“ Die Gäste werden „ein Wörtchen mitreden“ bei der Vergabe der Champions-League- und Europa-League-Plätze.

Wolfsburg hängt den BVB und Leverkusen ab

Die Wege der beiden Bundesliga-Aufsteiger von 1997 haben sich schon vor Jahren getrennt. Während Hertha nach zwei Abstiegen froh ist, sich wieder in der Liga zu behaupten, strebt der VfL, Deutscher Meister von 2009, die Königsklasse an. Im Winter hat der Werksklub erneut seine finanziellen Stärken ausgespielt. Weder die interessierten Dortmunder noch Bayer Leverkusen kamen zum Zuge. Stattdessen verpflichtete der VfL für knapp 20 Millionen Euro Kevin de Bruyne, 22, vom FC Chelsea.

Der ist noch dabei, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Aber Sebastian Langkamp ist schon jetzt beeindruckt vom belgischen Nationalstürmer. Der Hertha-Verteidiger hat sich den Wolfsburger Pokalsieg angeschaut (3:2 in Hoffenheim). „De Bryne ist ein Ausnahmekönner. Schnell, trickreich, er kann den Unterschied ausmachen. Aber wir haben gute Leute, die da etwas dagegen stellen wollen.“ Weiter sagte Langkamp: „Wolfsburg ist nach vorn individuell sehr stark. Aber sie haben Probleme im Umschaltspiel nach hinten.“

Hecking: Luhukay zähmt das unruhige Berliner Umfeld

Die Lage vor der Partie: Hecking lobte den Kollegen: „Hertha spielt eine richtig gute Saison. Sie sind als Mannschaft sehr geschlossen. Sie haben mit Adrian Ramos einen außergewöhnlichen Stürmer. Und der Trainer hat es geschafft, das unruhige Umfeld in Berlin zu zähmen.“

Der Hertha-Trainer hingegen war unzufrieden. Und zwar mit der Leistung der Reservisten. Luhukay monierte, dass sich Erfolg nur halten lasse, wenn die Startelf echte interne Konkurrenz habe. Es reiche nicht, wenn Änis Ben-Hatira, Ronny, Nico Schulz oder John Brooks Einsätze fordern. Diese müssten sie sich hart erarbeiten. Was die Bank-Spieler im internen Test am Mittwoch gezeigt hatten, sei schwach gewesen (1:2 gegen die U23). Luhukay: „Das war mir zu wenig. Ich war richtig sauer. Und traurig.“ Diese Kritik soll die Bequemlichkeit aus dem Kader vertreiben. Denn Luhukay weiß: „Wir haben gegen Wolfsburg nur eine Chance, wenn wir einen starken Tag erwischen.“