Hertha BSC

John Anthony Brooks muss wieder von vorn beginnen

Der Deutsch-Amerikaner John Anthony Brooks hat wegen einer Verletzung am rechten Ellbogen, die er sich gegen den SC Freiburg zuzogen hatte, seinen Stammplatz verloren. Jetzt muss er neu anfangen.

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Die langen Beine zieht John Anthony Brooks nach, wenn er läuft, als hätte er Ski unter den Füßen. Herthas 20 Jahre alter Innenverteidiger schiebt sich behäbig um den Schenckendorffplatz herum. Alles muss gerade ein bisschen langsamer gehen. Erst seit Mittwochnachmittag ist Brooks zurück im leichten Lauftraining, nachdem er sich gegen den SC Freiburg vor zweieinhalb Wochen die Speiche im rechten Ellenborgen anbrach und zudem einen schmerzhaften Muskeleinriss im Unterarm zuzog. Der Deutsch-Amerikaner tastet sich nun wieder heran an die Mannschaft – ein Neustart im Dauerlauftempo.

Dabei hatte diese Spielzeit, Brooks allererste in der Bundesliga, rasant begonnen: Bei seinem Ligadebüt gegen Frankfurt schoss er sein erstes Bundesligator. Das Lob für ihn überschlug sich. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" nannte den in Berlin geborenen und bei den Blau-Weißen ausgebildeten Verteidiger gar das „Symbol für Herthas Aufschwung“. Als Brooks wenige Tage später auch sein erstes Pflichtspiel für die A-Nationalmannschaft der USA, das Land seines Vaters, bestritt, schien sogar der Traum von der Weltmeisterschaft am Ende der Saison in Brasilien greifbar. „Wahnsinn, wie schnell das alles geht“, sagte Brooks nach seiner Rückkehr.

Doch die raue Wirklichkeit des Bundesligaalltags hat Brooks’ rasante Karrierefahrt seitdem abgebremst. Zunächst ließ ihn Herthas Trainer Jos Luhukay gegen Nürnberg auf der Bank, weil er ihm mental noch keine drei Spiele in einer Woche von Beginn an zutraute. Dann wechselte er ihn gegen Hamburg schon nach 23 Minuten aus, weil Brooks unsicher wirkte. Und plötzlich häuften sich die Fehler: Ein verschuldeter Elfmeter gegen Wolfsburg, ein Gegentor nach Fehlpass gegen Freiburg. Erstmals seit Brooks sich bei Hertha im vergangenen Zweitligajahr überraschend einen Stammplatz erspielt hatte, kritisierte ihn sein Förderer öffentlich: „Er bezahlt Lehrgeld in der Bundesliga“, sagte Luhukay. „In sechs Wochen sind ihm mehr Fehler unterlaufen als in der ganzen vergangenen Saison.“

Lustenberger hat überzeugt

Durch seine Armverletzung hat Brooks zudem auch vorerst seinen Stammplatz verloren. Kapitän Fabian Lustenberger vertrat ihn bestens in der Innenverteidigung, und Per Skjelbred überzeugte auf Lustenbergers angestammter Position im zentralen Mittelfeld. Die Qualifikationsspiele des US-Teams gegen Jamaika und Panama muss er am TV verfolgen. Wenn man Brooks zu seiner Situation befragt, schüttelt er nur den Kopf. Er will schweigen, bis er wieder im Aufgebot steht. „Wenn alles läuft, wie wir uns das wünschen, dann kann John wieder am Montag in das Mannschaftstraining einsteigen“, sagte Luhukay am Mittwoch. Nur auf der Vereins-Internetseite hat sich Brooks geäußert. „Das Wichtigste ist jetzt erst einmal, dass ich meinen Arm komplett auskuriere.“