Vergleich

Hertha-Streit beendet - Fiedler bekommt 579.000 Euro

Das Match Hertha gegen Fiedler ist mit einem 579.000-Euro-Vergleich zu Ende gegangen. Das Arbeitsverhältnis als Torwarttrainer endet nun im Sommer 2014. Dazu bekommt er noch eine dicke Abfindung.

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90 Minuten dauerte die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Berlin in Sachen Christian Fiedler und Hertha BSC. Am Ende stand ein teurer Vergleich für den Fußball-Bundesligisten. Der Anwalt von Hertha BSC stimmte einer Eingung zu, wonach Fiedler (38) bis zum 30. Juni 2014 eine Summe von insgesamt 579.000 Euro erhält.

Hertha BSC hat Fiedler, auf Wunsch von Trainer Jos Luhukay, Ende Mai von der Funktion als Torwarttrainer entbunden. Das hatte Fiedler nicht akzeptiert und auf Wiedereinstellung geklagt.

Martin Heyl, der Vorsitzende Richter der Kammer, machte zu Beginn der Verhandlung deutlich, dass eine Wiedereinstellung ein unrealistisches Ziel sei. Schließlich arbeitet seit Anfang Juni Richard Golz als Torwarttrainer. Die Höhe der Summe, die Hertha nun bezahlen müsst, zeigt, dass die Gründe für die Kündigung im Prinzip nicht vorhanden waren.

>> Fiedler gegen Hertha - die Verhandlung bei Immer Hertha

So hatte der Verein angeführt, Hertha hätte ein neues Anforderungsprofil für die Position. Ein Torwartausbilder müsse über eine Ausbildung im Personalmanagment und im Qualitätsmanagment. Qualifikationen, über die Fiedler nicht verfüge. Der Vorsitzende Richter folgte dieser Argumention nicht: „Mir ist nicht klar, warum man diese Anforderungen für einen Torwarttrainer braucht.“

Gehalt, Prämien und 410.000 Euro Abfindung

Fiedler war seit 1991 bei Hertha. Zunächst als Profi-Torwart (113 Bundesliga-, 97 Zweitliga-Einsätze), seit 2009 als Torwarttrainer. In dem jetzt geschlossenen Vergleich ist festgelegt, dass das Arbeitsverhältnis am 30. Juni 2014 endet. Bis dahin erhält Fiedler monatlich 12.000 Euro. Die in seinem Arbeitsvertrag vorgesehen leistungsbezogenen Prämien (Bundesliga-Klassenerhalt) werden Fiedler mit zusätzlichen 25.000 Euro abgegolten. Außerdem erhält Fiedler eine Abfindung von 410.000 Euro. Und erhält ein „sehr wohlwollendes Zeugnis“ von seinem langjährigen Arbeitgeber.

Von Hertha BSC war keiner der angeforderten Geschäftsführer vor Ort, es sprach allein Rechtsanwalt Dr. Marc Steffek. Fiedler war anwesend, sein Anwalt war Dr. Oliver Kemmeries. Fiedler sagte nach dem Ende der Verhandlungen: „Ich war 23 Jahre im Verein, habe alle Höhen und Tiefen miterlebt. Ich finde es sehr unglücklich, dass wir uns nun vor Gericht treffen.“

Für den Vergleich gibt es eine Widerrufsfrist von einer Woche.