Bundesligastart

Erste Liga – 36 Gründe für Herthas Klassenerhalt

Die Bundesliga startet wieder. Seit zehn Jahren ist kein Verein mehr abgestiegen, der 36 oder mehr Punkte hatte. Deshalb hier 36 (Hinter-)Gründe, um Herthas Mission Klassenerhalt zu beflügeln.

1. Mitglieder-Rekorde in Reichweite

Weil Hertha BSC in neue Dimensionen vorstoßen wird. Bis Jahresende soll die Marke von 30.000 Mitgliedern durchbrochen werden. Zum Start in die Saison hat der Verein 29.400 Mitglieder. Zudem verfügt Hertha über 357 Fanklubs mit 9840 Mitgliedern. Hier wird die Grenze von 10.000 Mitgliedern angestrebt.

2. Hertha und die Sehnsucht nach einem Titel

Hertha hat in der 121-jährigen Klubhistorie gerade vier Titel gewonnen: die Deutsche Meisterschaft 1930 und 1931, dazu den DFB-Ligapokal 2001 und 2002. In der kommenden Saison wirft Hertha einmal mehr ein Auge auf den DFB-Pokal, dessen Finale am 17. Mai 2014 im Olympiastadion ausgespielt wird.

3. Helmut Kronsbein ist nicht einzuholen

Hertha setzt auf Kontinuität. Jos Luhukay, der 39. Bundesliga-Trainer seit 1963, ist seit Juli 2012 im Amt. Die Marke, die es zu schlagen gilt, ist die von Helmut Kronsbein. Der hat Hertha BSC zwischen 1966 und 1973 bei 212 Bundesliga-Einsätzen betreut.

4. Der Aufsteiger setzt auf den Faktor Erfahrung

Aus dem 27er-Kader von Hertha haben 22 Spieler Bundesliga-Erfahrung. Die addiert sich auf die erkleckliche Summe von 1554 Erstliga-Einsätzen. Zum Vergleich: Der Kader von Mitaufsteiger Eintracht Braunschweig kommt auf 195 Bundesliga-Einsätze.

5. Nur Pizarro hat öfter in der Bundesliga gespielt

Levan Kobiashvili liegt mit 336 Bundesliga-Spielen ganz weit vorn im Ranking sämtlicher Bundesliga-Profis dieser Saison. Nur Claudio Pizarro vom FC Bayern (353) hat öfter in der deutschen Eliteklasse gespielt.

6. Der dienstälteste Profi ist der beste Torjäger

Aus dem Hertha-Kader hat weder ein Stürmer noch eine andere Offensivkraft die meisten Treffer erzielt. Auch hier liegt Levan Kobiashvili mit 31 Toren in Führung.

7. Der Lothar Matthäus von Georgien

Levan Kobiashvili ist mit seinen 100 Länderspielen für Georgien Rekordnationalspieler seines Landes. Ingesamt bringen es neun Hertha-Profis auf 278 internationale Einsätze.

8. Der Treueste ist einer der Jüngsten

Nico Schulz hat am 1. April gerade seinen 20. Geburtstag gefeiert. Doch der Linksfuß ist so lange im Verein wie kein anderer Profi: seit dem Jahr 2000.

9. Herthas Aufgebot ist rechtslastig

In der Rubrik „Schussbein“ haben lediglich drei Profis „beidfüßig“ angekreuzt: Peter Niemeyer, Änis Ben-Hatira und Sandro Wagner. Als Linksfuß sind Levan Kobiashvili, Johannes van den Bergh, Fabian Holland, Ronny und Nico Schulz notiert. Die anderen 19 Spieler sind Rechtsfüßer.

10. „Iron“ Maik Franz auf Augenhöhe mit Madlung

Maik Franz ist von allen aktiven Bundesliga-Profis (gemeinsam mit Alexander Madlung/VfL Wolfsburg und Martin Stranzl/Mönchengladbach) am häufigsten vom Platz gestellt worden: sechs Mal (3x Rot, 3x Gelb-Rot).

>>>Der Liga-Auftakt: Bayern gegen Borussia Mönchengladbach im Live-Ticker<<<

11. Van Burik und Simunic sind die Rekord-Übeltäter

Bei Hertha haben die meisten Platzverweise kassiert Dick van Burik und Josip Simunic (je fünf).

12. Vier Neue, aber nur einmal Ablöse

Eine Million Euro Ablösesumme hat Hertha ausgegeben für Hajime Hosogai, der von Bayer Leverkusen kam. Die drei anderen Neuen – Alexander Baumjohann (vom 1. FC Kaiserslautern), Johannes van den Bergh (Fortuna Düsseldorf) und Sebastian Langkamp (FC Augsburg) waren ablösefrei.

13. Sechs Abgänge, aber keine Transfererlöse

Hertha hat sechs Abgänge zu verzeichnen: Daniel Beichler und Marco Djuricin wechselten zu Sturm Graz, Marvin Knoll zum SV Sandhausen, Alfredo Morales zum FC Ingolstadt und Shervin Radjabali-Fardi zu Hansa Rostock (alle ablösefrei). Felix Bastians wurde an den VfL Bochum verliehen. Fanol Perdedaj trainiert derzeit bei Zweitligist FC St. Pauli zur Probe.

14. Keiner ist größer als Herthas Torwart der U23

Der größte und schwerste Spieler ist Philip Sprint mit 1,96 Meter und 98 Kilogramm. Sprint spielt derzeit bei der U23 in der Regionalliga.

15. Der Kleinste hat das Zeug zum Überraschungsspieler

Der kleinste Spieler im Kader ist Hany Mukhtar mit 1,74 Meter. Der 18-Jährige hat sich in der Vorbereitung erneut weiterentwickelt. Der vielseitige Mittelfeldspieler wird am ersten Spieltag wohl nicht in der Startelf stehen. Aber Mukhtar gilt als Profi, der das Zeug zum Überraschungsspieler der Saison hat.

16. Hertha setzt mehr auf Erfahrung als auf Jugend

Der Altersschnitt im 27er-Kader liegt bei 26,14 Jahren. Das ist im Liga-Vergleich ein älteres Aufgebot. Die meisten Vereine haben einen Schnitt zwischen 23 und 25,5 Jahren. Nur Eintracht Braunschweig (26,54) und der FSV Mainz (26,81) haben einen älteren Kader.

17. Sechs Spieler sind gebürtige Berliner

Local Player, im Verein ausgebildete Profis, sind John Brooks, Sascha Burchert, Fabian Holland, Hany Mukhtar, Nico Schulz und Philip Sprint.

18. Bayer Leverkusen bleibt außer Reichweite

In der ewigen Bundesliga-Tabelle liegt Hertha nach 30 Spieljahren mit 1186 Punkten auf Rang zwölf (372 Siege, 256 Unentschieden, 384 Niederlagen). Unabhängig vom Saisonverlauf wird es dabei bleiben. Der Tabellen-Elfte, Bayer Leverkusen, weist 1593 Punkte auf.

19. Hertha als kleiner Fisch im großen Teich

Obwohl Hertha seit der Liga-Gründung 1963 insgesamt 30 Saisons im Oberhaus gespielt hat, war der Hauptstadt-Klub nur 15-mal Tabellenführer der Bundesliga.

20. Vizemeister 1975

Die beste Bundesliga-Platzierung von Hertha BSC war Platz 2 in der Saison 1974/75. In jener Saison ging der Titel an Borussia Mönchengladbach.

21. Hertha BSC funktioniert als Zuschauermagnet

Dennoch zieht der Hauptstadt-Klub. Hertha BSC hat den viertbesten Zuschauer-Schnitt aller 52 jemals in der Bundesliga angetretenen Vereine. Bei 30 Jahren Erstliga-Zugehörigkeit kommen die Berliner auf durchschnittlich 37.407 Besucher (1. Dortmund/45.658, 2. Bayern/43.356, 3. Schalke/40.083).

22. Gayers Schützenfest gegen den BVB

Lang, lang ist es her. Der höchste Bundesliga-Heimsieg gelang am 18. April gegen Borussia Dortmund. 25.000 Zuschauer im Olympiastadion erlebten ein 9:1 (6:0) von Hertha, bei der damals Volkmar Groß im Tor stand und Wolfgang Gayer vier Treffer erzielte (18. April 1970). Der Vollständigkeit halber seien die höchsten Heimpleiten erwähnt, jeweils ein 0:6 gegen den HSV (5. April 1980) sowie gegen den FC Bayern (17. März 2012).

23. Gersdorff schießt Eintracht Frankfurt ab

Den höchsten Auswärtssieg in der Liga fuhr Hertha BSC im Waldstadion zu Frankfurt ein. 5:0 gewannen die Berliner am 28. Januar 1978 bei Eintracht Frankfurt (28. Januar 1978). Bernd Gersdorff steuerte zwei Tore bei.

24. Mit fünf Siegen in Richtung Uefa-Cup

Die längste Siegesserie der Bundesliga-Zugehörigkeit katapultierte Hertha im Herbst 2000 vom achten auf den ersten Rang. Fünf Siege in Folge holte die Truppe des damaligen Trainers Jürgen Röber gegen Köln, Rostock, Cottbus, 1860 München und Bremen. Am Saisonende belegten die Blau-Weißen Rang fünf.

25. Niederlagenserien gilt es zu vermeiden

Achtmal in Folge ging Hertha zwischen August und Oktober 2009 als Verlierer vom Platz. Von der Negativserie erholte sich die Mannschaft nicht mehr, unter Trainer Friedhelm Funkel ging es als abgeschlagener Letzter in Liga zwei.

26. Offensive gewinnt Spiele . . .

Die meisten Tore in einer Saison hat Hertha BSC im Spieljahr 1969/70 markiert. Damals belegten die Berliner nach 20 Siegen Rang drei (hinter Borussia Mönchengladbach sowie dem FC Bayern) und erzielten 67 Saison-Treffer. Die erfolgreichsten Schützen waren Franz Brungs (15) sowie Lorenz Horr und Wolfgang Gayer (beide 13).

27. Defensive gewinnt nicht immer Meisterschaften. . .

Die wenigsten Gegentreffer hat Hertha 2004/05 kassiert – 31. Doch so sicher der Abwehrblock mit Christian Fiedler, Arne Friedrich, Josip Simunic und Dick van Burik stand, am Ende verpassten die Berliner den angestrebten Einzug in die Champions League und belegten nur Platz vier.

28. Herthas Dauerbrenner kommt aus Ungarn

Hertha hat seit dem ersten Spieltag 1963 insgesamt 286 Spieler eingesetzt. Die meisten Bundesliga-Einsätze hat Pal Dardai (286) zwischen 1997 und 2010 bestritten.

29. Einmal stellte Hertha den Torschützenkönig der Bundesliga

Hertha hat in 1012 Bundesliga-Spielen 1466 Tore erzielt. Diese Treffer verteilen sich auf 171 Schützen. Bester Schütze der Hertha-Historie ist Michael Preetz (84 Tore zwischen 1997 und 2003). Seine erfolgreichste Saison spielte der heutige Hertha-Manager 1998/99. Damals wurde Preetz mit 23 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga.

30. Die Hoffnungen ruhen auf dem Publikumsliebling

Die Fans von Hertha BSC hoffen, dass Ronny seine kleine Formkrise zum Beginn der Vorbereitung rasch überwinden möge. In der vergangenen Saison war der Brasilianer mit dem begnadeten linken Fuß der wirkungsvollste Profi der Blau-Weißen. In der Zweiten Liga erzielte Ronny 18 Tore und gab 14 Vorlagen. Wenn der Publikumsliebling die Hälfte davon in der Bundesliga wiederholen könnte, käme Hertha dem Klassenerhalt ein gehöriges Stück näher.

31. Nervenstark vom Elfmeter-Punkt

Der beste Brasilianer, der je das Trikot von Hertha BSC getragen hat, hat auch die meisten Elfmetertore erzielt. Marcelinho, von 2001 bis 2006 in Diensten der Blau-Weißen, verwandelte 15 Elfmeter.

32. Der Fahrstuhl soll außer Betrieb gestellt werden

Derzeit feiert Hertha BSC den sechsten Aufstieg. Dem stehen sechs Abstiege gegenüber. Nur Arminia Bielefeld musste öfter in der Fahrstuhl (7 Auf-/7 Abstiege). Das erklärte Ziel von Manager Michael Preetz ist es, den blau-weißen Fahrstuhl zwischen der ersten und der Zweiten Liga mit einem Schild zu versehen: Außer Betrieb.

33. Das Stadion bietet noch reichlich Potenzial

Das Olympiastadion ist mit 74.244 Plätzen die zweitgrößte Arena im Lande. Nur Borussia Dortmund hat eine größere Kapazität (80.645). Im letzten Bundesliga-Jahr, 2011/12, kamen die Berliner auf ihre bisher höchste Zuschauer-Zahl: Im Schnitt pilgerten rund 53.000 Besucher ins Olympiastadion. Für diese Saison rechnet Hertha erneut mit einem Durchschnittsbesuch von mehr als 50.000 Fans.

34. Das Spielfeld entspricht dem Liga-Standard

Die Maße im Olympiastadion mit 105 Meter Länge und 68 Meter Breite sind Liga-Standard. Nur der FC Schalke (118 x 79 Meter) sowie Nürnberg und Braunschweig (105 x 67 Meter) leisten sich abweichende Abmessungen.

35. Bundesliga – in Berlin ein bezahlbarer Freizeitspaß

Die günstigsten Tickets im Olympiastadion kosten 15 Euro, die teuersten Karten werden für 89 Euro verkauft. Günstiger kann man deutschlandweit keinen Erstliga-Fußball schauen. Zumal jeweils im Preis enthalten ist die An- und Abfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

36. Das Olympiastadion soll eine Festung bleiben

Eine Heimmacht war Hertha zwischen Oktober 1974 und August 1975, gewann damals 15-mal in Folge im Olympiastadion. Nachdem die Mannschaft von Jos Luhukay in der vergangenen (Zweitliga-)Saison als einziges Team im deutschen Profifußball daheim ungeschlagen geblieben ist, hat Trainer Luhukay für die Bundesliga ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: „Wir wollen kein Heimspiel verlieren.“

>>>Der Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken<<<