Die Arbeitswoche bei Hertha beginnt am Montag um 15.30 Uhr. Dann versammelt Jos Luhukay seine Profis auf dem Schenckendorff-Platz. Der Trainer wird beim Blick in die Runde froh sein. So werden Sami Allagui und Änis Ben-Hatira da sein, die vorzeitig von der tunesischen Nationalelf abreisen durften. Dort ist die Stimmung nach dem Verpassen der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ohnehin im Keller.

Tunesien verlor völlig überraschend das entscheidende Heimspiel gegen die Kapverden mit 0:2 und verpasste damit die Play-off-Runde in Afrika. „Das Aus ist eine Katastrophe“, haderte Allagui im „Kicker“. „Die WM-Teilnahme wäre der Höhepunkt meiner Karriere gewesen. Das tut unheimlich weh.“

Allagui hadert mit der Einstellung

Allagui war in seinem 24. Länderspiel nach 57 Minuten eingewechselt worden. Zu diesem Zeitpunkt lag der Favorit bereits mit zwei Toren zurück. Ein Unentschieden hätten Tunesien zum Weiterkommen gereicht. Allagui lobte die Kapverden, die aus einer kompakten Defensive auf Konter lauerten. „Wir hatten trotzdem genügend Chancen, aber wir haben sie nicht genutzt. Es war wie verhext“, sagte Allagui. „Es ist immer das Gleiche. Wir unterschätzen den Gegner und schlagen uns damit selber.“

Ben-Hatira wurde von Tunesiens Nationaltrainer Nabil Maaloul über 90 Minuten nicht berücksichtigt. Der Berliner war tief enttäuscht und erklärte auf seiner Facebook-Seite nach bisher sieben Länderspielen seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

Brooks vorzeitig in Berlin zurück

„Ich bin leider nicht zum Einsatz gekommen, warum auch immer. Aber ein Lebenstraum ist vorerst geplatzt und nun muss ich nochmals vier lange Jahre auf diese Chance warten! Wir haben uns nicht für die WM qualifiziert, obwohl uns ein Unentschieden gereicht hätte. Wir haben gegen die Kapverden verloren. Das tut so was von weh. Ich werde unter diesem Trainer nicht mehr für Tunesien spielen und konzentriere mich erst mal nur noch auf Hertha.“

Ebenfalls wieder zurück in Berlin ist John Brooks. Der stand wegen leichter Knieprobleme beim 1:3 der USA in Costa Rica nicht im Kader. Für das WM-Qualifikationsspiel am Dienstag gegen Mexiko nominierte US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann als Ersatz für verletzte und gesperrte Akteure vier Spieler nach. Dazu gehört der erfahrene Innenverteidiger Clarence Goodson (31) von Bröndby IF. Das Prestigeduell gegen Mexiko in Columbus/Ohio wird „ein sehr, sehr intensives Spiel“, sagte Klinsmann. Im Gegenzug erlaubte er Youngster Brooks (20/ ein Länderspiel) bereits am Sonntag nach Berlin zurückzukehren. Die großzügige Geste des ehemaligen Bundestrainers hilft Hertha. Weil der Hauptstadt-Klub schon am Freitag den VfB Stuttgart empfängt (20.30 Uhr, Olympiastadion).

Pekarik und Schulz sind Dienstag noch im Einsatz

Somit kann sich das genannte Trio mit der Mannschaft gezielt auf den fünften Bundesliga-Spieltag vorbereiten. Zwei Siege aus zwei Heimspielen, sieben Punkte nach vier Partien bei nur einer Niederlage (0:2 beim VfL Wolfsburg) – die Hertha-Bilanz hört sich beruhigender an, als sie tatsächlich ist. Weil dem Trainer zwei Schlüsselspieler ausfallen. So wird Jos Luhukay in der Trainingswoche herausfinden müssen, wie er die Ausfälle von Spielmacher Alexander Baumjohann (Kreuzbandriss/Operation am Mittwoch in Augsburg/Pause bis März 2014) und Innenverteidiger Sebastian Langkamp (Muskelfaserriss) ausgleicht.

Zumal zwei weitere Herthaner noch am Dienstag im Einsatz sind. Peter Pekarik trifft in der WM-Qualifikation auf Bosnien. Nico Schulz spielt mit der deutschen U21 in Irland. „Wir sind Aufsteiger“, sagte Luhukay, „bei uns muss alles passen, damit wir gewinnen.“