Die Situation bei Hertha ist kompliziert. Und einige Gelben Karten am anderen Ende der Welt haben die Lage für Trainer Jos Luhukay noch unübersichtlicher gemacht. So plagen Hertha vor der Bundesliga-Partie am Freitag gegen den VfB Stuttgart (20.30 Uhr, Olympiastadion) Verletzungssorgen. Alexander Baumjohann (Kreuzbandriss) und Stamm-Innenverteidiger Sebastian Langkamp (Muskelfaserriss) fallen aus. Um so erleichterter sind die Hertha-Verantwortlichen, dass John Brooks (20) am heutigen Sonntag am Flughafen Tegel einschwebt.
Das hatten Hertha-Manager Michael Preetz und US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann auch so vereinbart. Brooks sollte beim WM-Qualifikationsspiel gegen Costa Rica dabei sein. Und im Anschluss vorzeitig den Rückflug nach Deutschland antreten. Doch die Umstände hatten sich geändert.
Die USA verloren in Costa Rica 1:3. Brooks kam nicht zum Einsatz. Aber nachdem US-Manndecker Matt Besler eine erneute Verwarnung kassierte, ist er gesperrt. Somit benötigt Klinsmann den Mann, den auch Kollege Luhukay in Berlin braucht: einen Manndecker, sprich Brooks. Das US-Team tritt am Dienstag in Columbus/Ohio im Prestigeduell gegen Mexiko an. Nicht nur Klinsmann steht unter Druck. Auch Mexiko, das in der vorvergangenen Nacht im Aztekenstadion sensationell Honduras mit 1:2 unterlag. Nationaltrainer Jose de la Torre wurde umgehend entlassen, Mexiko droht, die WM 2014 in Brasilien zu verpassen.
Die Regularien des Weltverbandes Fifa sind klar. Die Klubs müssen ihre Spieler bis einschließlich Dienstag an die Nationalteams abstellen. Doch Hertha-Manager Preetz hat im Vorfeld bei mehreren Nationaltrainern versucht, die Belastungen für seine Profis zu reduzieren, da sie bereits am Freitag erneut im Einsatz sind. So werden Sami Allagui und Änis Ben-Hatira, die für Tunesien in der WM-Qualifikation gegen die Kapverden (0:2) spielten, bereits heute in Berlin zurück erwartet.
Klinsmann löste seine Personalsorgen vor dem Prestigeduell gegen Mexiko, in dem er vergangene Nacht vier Spieler nachnominierte, darunter befindet sich mit Clarence Goodson ein zusätzlicher Innenverteidiger. „John Brooks wurde gestattet, zu seinem Klub Hertha Berlin zurückzukehen“, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes US Soccer.
Die Entscheidung wird Hertha-Trainer Jos Luhukay erleichtern. Er hatte am Sonnabend gegenüber der Morgenpost erklärt, dass er bei der Belastung des 20-Jährigen Brooks Acht geben werde. Angesprochen auf das Länderspiel am Dienstag und die Bundesliga-Partie am Freitag, sagte Luhukay: „Ein erfahrener Profi wie Peter Pekarik kann drei Spiele in sieben Tagen absolvieren. Aber einen Jungen wie John werde ich nicht zwei Mal innerhalb von vier Tagen in zwei so wichtigen Spielen einsetzen.“
Diese Zwickmühle bleibt Hertha erspart. Brooks kann sich nun in Ruhe auf das Stuttgart-Spiel vorbereiten .





