Der FC Viktoria 89 geht im Kampf um den Platz hinter den Profiklubs Hertha BSC und 1. FC Union in die Offensive. Der Berliner Fußball-Regionalligist schloss am Montag eine langfristige Kooperation mit der Advantage Sports Union (ASU) ab, einem Unternehmen aus Hongkong, das weltweit im Fußball operiert, die Mehrheitsanteile beim französischen Erstligisten OGC Nizza besitzt und auch beim US-Klub Phoenix Rising aus der MLS eingestiegen ist.
Der Vorstand sei der Überzeugung, dass die Wettbewerbsfähigkeit „dauerhaft nicht nur mit kurzfristig zur Verfügung stehenden Zuwendungen lokaler Sponsoren erreichbar ist, sondern auch professionelle Strukturen erfordert und eine Zusammenarbeit mit starken, überregionalen und internationalen Partnern notwendig ist“, heißt es auf der Internetseite des Klubs.
Der Profibereich soll ausgegliedert werden
Zur Verfolgung „höherer sportlicher Ziele“ soll eine Profiabteilung – laut Viktoria „Basis für ein nachhaltiges Engagement der ASU“ – ausgegliedert werden. Sie sichere „die Zukunft des Vereins und ermöglicht eine langfristige Planungssicherheit“, sagte Geschäftsführer Felix Sommer. Nach Klubangaben wurde die Ausgliederung sogar vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) empfohlen. ASU-Vorstand Alex Zheng, ein chinesischer Milliardär, freut sich jedenfalls, „ein Viktorianer zu werden“. Laut „Bild“ ist eine Zusammenarbeit über zehn Jahre geplant, 90 Millionen Euro seien avisiert.
Nach der Fusion mit dem Lichterfelder FC vor fünf Jahren, sportlich ohne Wirkung (Platz 13 in der abgelaufenen Viertligasaison), versucht man es nun also mit großem Geschütz. „Viktoria als eingetragener Verein bleibt natürlich dabei unangetastet und bildet mit rund 70 spielenden Mannschaften den größten Fußballverein Deutschlands“, versicherte Geschäftsführer Sommer: „Die Sozialprojekte werden weiter nachhaltig gefördert, die Jugendmannschaften als Unterbau weiterentwickelt.“
Leipzig und Hoffenheim als gute Beispiele
Vor allem von den neuen Strukturen werde der Klub profitieren. Gute Beispiele, was bei langfristiger Planung möglich ist, seien Leipzig und Hoffenheim, ließ Viktorias zweiter Vorsitzender Harald Sielaff wissen: Mit dem ASU-Engagement „kann in Berlin etwas Neues entstehen“.
Ob Viktorias Plan aufgeht, bleibt abzuwarten. Zu oft endeten ähnliche Hoffnungen im Desaster. Der Berliner AK etwa brauchte Jahre, um sich von der unheilvollen Liaison mit Ankaraspor (2006-2007) – inklusive zwischenzeitlicher Änderung des Klubnamens (Berlin Ankaraspor Kulübü) und der Vereinsfarben – zu erholen.





