– In die Spekulationen um den Wechsel von Mats Hummels von Borussia Dortmund zu Bayern München kommt neue Bewegung. Der Verteidiger hat in einem Instagram-Video seinen Wechselwunsch relativiert und gleichzeitig die Ad-Hoc-Mitteilung des BVB heftig kritisiert. Im Gespräch mit Autogrammjägern sagt er: „Diese Drecksmitteilung hat einen anderen Eindruck erweckt. Keine Ahnung, warum man die machen musste.“

Tatsächlich war der börsennotierte Fußballklub dazu verpflichtet, den von Mats Hummels geäußerten Wunsch, nach München zu wechseln, zu veröffentlichen, weil der Transfer eines derart bedeutenden Spielers Auswirkungen auf den Aktienkurs haben kann.

Watzke greift in die Psycho-Trickkiste

Dementsprechend gelassen hat Borussia Dortmund auf die unflätige Kritik von Kapitän Mats Hummels reagiert. „Mats ist kein Jurist, er muss auch gar nicht wissen, wieso wir eine Ad-hoc-Mitteilung versenden mussten“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Donnerstag.

„Aus seiner Sicht kann ich das Unverständnis absolut verstehen. Uns wäre es auch lieber gewesen, wenn wir sie nicht hätten veröffentlichen müssen.“ Als börsennotiertes Unternehmen unterliege man juristischen Zwängen.

Im Kampf mit Bayern München um Mats Hummels oder eine hohe Millionen-Ablöse für den Weltmeister greift Watzke offenbar auch in die Psycho-Trickkiste. Mit seiner persönlichen Interpretation von Hummels` neuen Aussagen bemüht sich der BVB-Boss augenscheinlich um Zwietracht zwischen den Wunschpartnern Hummels und München.

"Zuallererst muss Mats überhaupt wechseln wollen", meinte Watzke eine Woche nach der Mitteilung seines Klubs zum Hummels-Wunsch nach einem Wechsel zu den Bayern bei Sport1. Watzke scheint in die Worte des Innenverteidigers Wankelmütigkeit hineininterpretieren zu wollen.

Hummels hat beim BVB noch einen Vertrag bis 2017. Für die Freigabe für einen Wechsel hat Dortmund ein "äußerst werthaltiges Angebot" gefordert. Im Gespräch ist eine Summe zwischen 30 und 40 Millionen Euro.

Watzke stellte nunmehr allerdings auch klar, dass "es kein Angebot von Bayern München braucht. Sie kennen unsere Vorstellungen und müssen uns mitteilen, ob sie diese erfüllen möchten." Bereits zuvor hatte Dortmunds Vereinschef mehrfach erklärt, dass München die in ihrer Höhe nicht bekannte BVB-Forderung "zu 100 Prozent" zu erfüllen habe oder der Transfer nicht stattfinden würde.

Pfeifkonzert und abfällige Plakate

Ob Hummels wechselt, ist zumindest von Seiten des Spielers offen. „Es ist noch alles möglich, noch ist nichts entschieden“, beteuerte der BVB-Kapitän im Gespräch mit den Autogrammjägern. Zuletzt hatte der BVB-Star beim 5:1 gegen den VfL Wolfsburg ein Pfeifkonzert über sich ergehen lassen müssen. Außerdem waren in der Südkurve beleidigende Plakate zu sehen („Der Kapitän geht als Erster von Bord, am besten sofort“).

Während des 5:1 gegen den VfL Wolfsburg hielten einige Fans abfällige Hummels-Plakate hoch
Während des 5:1 gegen den VfL Wolfsburg hielten einige Fans abfällige Hummels-Plakate hoch© Bongarts/Getty Images | Sascha Steinbach

Sollte der Wechsel zustandekommen, stünde schon ein prominenter Nachfolger bereit: Nach Informationen des Sportinformationsdienstes (SID) hat der BVB Nationalspieler Shkodran Mustafi auf dem Zettel. Zudem sollen unter anderem der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp, Juventus Turin sowie die drei spanischen Spitzenklubs FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid Interesse am Abwehrspieler haben.

Der hatte nach einer schwachen Saison mit dem FC Valencia im Gespräch mit dem SID über seine Zukunft geplaudert. „Es kann sein, dass ein Wechsel ein Thema wird“, sagte der 24-Jährige.

Ausstiegsklausel von 50 Millionen Euro

Sollte er sich für einen Wechsel entscheiden, hofft Mustafi auf ein Entgegenkommen seines Klubs bei der Ausstiegsklausel von stolzen 50 Millionen Euro. „Grundsätzlich denke ich: Wenn man als Spieler immer fair war, seine Leistung gebracht und keine Probleme gemacht hat, sollte es kein Problem sein, wenn man sagt: Ich will weg und bitte um Freigabe“, erklärte er.

Wohin es gehen könnte, ist offen. Nur eine Prämisse hat Mustafi: „Am besten wäre, wenn ich nicht noch eine neue Sprache lernen müsste. Sonst werfe ich wirklich alles in den Mixer.“ Nach eigener Auskunft spricht der Sohn albanischer Eltern nach Stationen in England, Italien und nun Spanien „viereinhalb Sprachen perfekt.

Deshalb „sollte es kein Problem geben: Das sind auch die Ligen, in denen ich gerne bleiben würde.“ Die Bundesliga wäre da sicherlich eine interessante Option. Sollte er tatsächlich zum BVB wechseln, müsste dieser das wieder in einer Ad-Hoc-Mitteilung veröffentlichen. Kommentieren muss Mustafi diese dann ja nicht unbedingt.

BM