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Hummels-Transfer: Jetzt geht es nur noch ums Geld

Mats Hummels will von Borussia Dortmund zum FC Bayern München wechseln. Im Gespräch ist eine Ablösesumme von 30 Millionen Euro.

Will zu den Bayern: Mats Hummels

Will zu den Bayern: Mats Hummels

Foto: Guido Kirchner / dpa

Dortmund. Thomas Tuchel wird sich am Sonnabend genau überlegen müssen, was er mit Mats Hummels macht. Am vergangenen Wochenende hat der Trainer von Borussia Dortmund seinen Kapitän beim 3:0-Bundesligasieg in Stuttgart im Sinne der Belastungssteuerung auf die Bank gesetzt.

Gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, Sky) täte er Hummels wohl einen großen Gefallen, indem er ihn erst gar nicht in den Kader beruft. Nicht zur Schonung, sondern um dem 27-Jährigen ein gellendes Pfeifkonzert zu ersparen. Denn mit einer Ad-hoc-Meldung hat der BVB am Donnerstag bestätigt: Hummels will Dortmund nach acht Jahren verlassen. Sein erklärtes Ziel für den Wechsel in diesem Sommer ist der FC Bayern München.

Diesen Wunsch hat der Weltmeister nun seinem Noch-Arbeitgeber, an den er vertraglich bis 2017 gebunden ist, mitgeteilt. Weil der BVB, von vielen als Gegenentwurf zum übermächtigen Branchenführer empfundenen, ein börsennotierter Klub ist und dieser Verlust abseits vom Sportlichen aufgrund der emotionalen Bedeutung Hummels’ für den Verein auch wirtschaftliche Auswirkung auf den Kurs der Aktie hätte, ist Schwarzgelb zu einer solchen Meldung verpflichtet.

Watzke: "Mats könnte weiterhin in unserem Trikot spielen"

Sie bedeutet: In wesentlichen Dingen sind sich der Spieler und der FC Bayern einig. Aber in anderen auch ganz wesentlichen Dingen müssen der BVB und der interessierte Verein noch überein kommen. Der Transferpoker ist nun offiziell eröffnet.

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatten zuletzt Hummels’ Rückkehr nach München angedeutet. So hatte Watzke durchblicken lassen, dem Nationalspieler bei einem entsprechenden Angebot die Freigabe für einen Wechsel zu den Bayern nicht wie einst Topstürmer Robert Lewandowski verweigern zu wollen.

Und Karl Heinz-Rummenigge hatte gesagt: „Es gilt da, den laufenden Vertrag zu berücksichtigen. Ich möchte das sehr gute Verhältnis, das wir in den letzten zwei Jahren aufgebaut haben, nicht durch eine unbedachte Äußerung beschädigen.“

Allerdings sagte Watzke auch, dass noch kein Angebot vorliege, auch sei am Donnerstag keineswegs eine Entscheidung gefallen: „Es ist mit unserer heutigen Mitteilung überhaupt nicht gesagt, dass Mats nicht im nächsten Jahr weiterhin in unserem Trikot spielt“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Es gibt keine Ausstiegsklausel für den Verteidiger

Schließlich ist der BVB nicht gewillt, den dritten Leistungsträger nach Mario Götze (2013) und Robert Lewandowski (2014) für kleines Geld zu verlieren. In der Erklärung heißt es: „Borussia Dortmunds Geschäftsführung hat daraufhin entschieden, einen solchen Wechsel davon abhängig zu machen, ob Bayern München Borussia Dortmund ein dem außerordentlichen Stellenwert des Spielers entsprechendes, äußerst werthaltiges Angebot unterbreiten wird.“ Der Zusatz, dass es für Hummels keine Ausstiegsklausel gebe, verdeutlicht zudem: Unter den kolportierten 30 Millionen Euro wird der BVB seinen Abwehrchef kaum ziehen lassen.

Wahrscheinlich ist, dass der Transfermasse auch noch Mario Götze, beim FC Bayern nur Edelreservist in dieser Saison und Kandidat für einen Wechsel zum BVB, hinzugefügt wird. Für die emotionalen Dortmunder Fans ein besonders heikler Deal, werden doch sowohl Hummels als auch Götze angesichts ihrer jeweiligen Vergangenheit in München und Dortmund damit zu Rück-Überläufern.

Für Hummels dürften die letzten beiden Bundesligawochen nicht sonderlich angenehm werden. Nicht nur dass ihm Sprüche vergangener Tage wie „Es kommt nicht nur darauf an, Titel zu gewinnen. Es kommt auch darauf an, wunderbaren Fußball zu spielen, zusammen mit Freunden erfolgreich zu sein“ oder die kritischen Worte nach Götzes Wechsel zum Rekordmeister um die Ohren fliegen.

Es kommt schließlich auch noch zum Abschiedsgipfel am 21. Mai im Berliner Olympiastadion, wenn Borussia Dortmund und der FC Bayern im DFB-Pokal-Finale aufeinander treffen. Sicher ist heute allerdings schon, dass Hummels dann – sofern er verletzungsfrei ist – auf dem Rasen stehen und nicht auf der Bank sitzen wird. Spätestens dann wohl begleitet von einem Pfeifkonzert.