Wechselgerüchte

Medien: Bayern lockt Hummels mit 10 Millionen Euro Gehalt

Mats Hummels soll ein lukratives Angebot aus München unterschriftsreif vorliegen. Der BVB-Kapitän will sich vor der EM entscheiden.

Nachdenklich: Der BVB-Kapitän muss sich gut überlegen, ob er den attraktiven Vertrag unterschreibt

Nachdenklich: Der BVB-Kapitän muss sich gut überlegen, ob er den attraktiven Vertrag unterschreibt

Foto: Daniel Maurer / dpa

Dortmund/München.  Thomas Helmer, Torsten Frings, Mario Götze, Robert Lewandowski und jetzt Mats Hummels? Der Weltmeister könnte in dieser Reihe der nächste Spieler sein, der das schwarz-gelbe gegen ein rotes Trikot tauscht.

Denn laut „Bild“ liegt Hummels ein unterschriftsreicher Vierjahresvertrag vom FC Bayern vor. Der Rekordmeister soll dem 27 Jahre alten Innenverteidiger pro Jahr rund zehn Millionen Gehalt plus Prämien bieten. Die Ablöse für den Nationalspieler soll bei rund 30 Millionen Euro liegen.

Entsprechend groß ist die Reaktion in den Sozialen Netzwerken. Viele Bayern-Fans wünschen sich nichts Sehnlicheres als die Rückkehr von Hummels nach München. Schließlich durchlief er zwischen 1995 und 2006 alle Altersklassen im dortigen Jugendbereich und spielte bis 2008 in der zweiten Mannschaft des FC Bayern.

Am 3. Januar 2008 wechselt Mats Hummels auf Leihbasis von München nach Dortmund. Beim Rekordmeister unter Ottmar Hitzfeld erhielt der damals 19-Jährige keine Spielzeit. In Dortmund unter Jürgen Klopp erkennt man allerdings schnell sein Talent. Hummels entwickelt sich zum Stammspieler, so dass im Sommer 2009 der endgültige Wechsel in den Westen der Republik für 4,2 Millionen Euro Ablöse.

Herman Gerland: „Wir hätten Hummels niemals abgeben dürfen.“

Früh merkt man beim FC Bayern, dass der Wechsel ein Fehler war. Herman Gerland, bis heute Co-Trainer bei Bayern, sagte nicht mal ein Jahr nach dem Wechsel: „Wir hätten Hummels niemals abgeben dürfen. Ich wusste immer, dass Mats eine Bombe wird.“

2012 flammte erstmals ein Interesse an einer Rückholaktion aus München auf. Hummels entschied sich dagegen und verlängerte seinen Vertrag bei Borussia Dortmund langfristig bis 2017. Dort gewann er neben der deutschen Meisterschaft (2011,2012) , den deutschen Pokal (2012) und stand 2013 im Champions League Finale.

Die Champions League Trophäe fehlt ihm noch

München ist Hummels’ Lebensmittelpunkt. Seine Eltern, sein Bruder Jonas, der bei Viertligist Unterhaching spielt, sowie seine Frau Cathy leben in München. Seine Ferien verbringt Hummels oft in der bayrischen Landeshauptstadt. Der 27-Jährige ist Weltmeister und hat bis auf die Champions League alle wichtigen Titel gewonnen. Das könnte einen Wechsel nach München reizvoll machen.

Favoriten auf den Henkelpott sind jährlich auch der FC Barcelona und Manchester City, ab nächster Saison mit neuem Teammanager Pep Guardiola. Deswegen gelten laut Vater Hermann Hummels auch diese beiden Vereine als mögliche Kandidaten für ein Wechsel.

Dabei ist Hummels ein Charakter, der aneckt. Nach der 5:1-Niederlage in der Hinrunde gegen den FC Bayern kritisiert Hummels seine Mitspieler öffentlich. Schnell wird ihm der Spitzname „Motzki“ beigefügt. Der 27-Jährige hat eine klare Meinung und vertritt diese auch. Nach dem Wechsel von Mario Götze zu den Bayern sagt Hummels: „Ich kann den Wechsel absolut nicht nachvollziehen. Es gibt sportlich wenig bis gar keine Gründe, den BVB zu verlassen.“

Hummels heizt mit kryptischen Aussagen die Spekulationen an

Genau diese Worte fliegen Hummels jetzt entgegen. Mit seinen Aussagen („Wenn ich irgendwann die Entscheidung getroffen habe und im Nachhinein erkläre, wird jeder verstehen, warum es so schwierig für mich war“) heizt er die Spekulationen um eine Rückkehr nach München nur an.

Wie sich Hummels auch entscheiden mag, Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist für die Zukunft trotzdem nicht bange. „Wir haben immer Lösungen gefunden, wir werden wieder Lösungen finden“, sagte der 59-Jährige nach dem 3:0 des BVB am Sonnabend beim VfB Stuttgart. Man werde auch in der kommenden Saison ein „Topmannschaft“ aufbieten. Die Fans von Borussia Dortmund hoffen weiterhin auf einen verbleib des Kapitäns.

Die Bayern gehen bislang sehr defensiv mit dem Thema um. „Das ist keine Frage für mich“, sagte Trainer Pep Guardiola am vergangenen Freitag, Mediendirektor Markus Hörwick betonte: „Mats Hummels ist Spieler von Borussia Dortmund. Er hat einen Vertrag bis 2017. Den gilt es zu respektieren.“