Fernsehrechte

Kartellamt kippt das Monopol des Bezahlsenders Sky

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Bilder für diese Kamera wird Sky ab kommendem Jahr nicht mehr exklusiv von allen Erst- und Zweitligaspielen zeigen. Bis zu einem Drittel aller Begegnungen soll ein anderer Anbieter exklusiv erwerben dürfen

Bilder für diese Kamera wird Sky ab kommendem Jahr nicht mehr exklusiv von allen Erst- und Zweitligaspielen zeigen. Bis zu einem Drittel aller Begegnungen soll ein anderer Anbieter exklusiv erwerben dürfen

Foto: Jan Woitas / dpa

Ab 2017 muss es für 30 bis 102 Spiele einen alternativen Anbieter geben. Die Fernsehrechte bis 2021 sollen bis zur EM vergeben werden.

Berlin.  Die Deutsche Fußball Liga (DFL) darf ihre milliardenschweren Rechte an Live-Spielen nicht mehr allein an einen einzelnen Bieter vergeben. Das teilte das Bundeskartellamt mit. Die sogenannte „No-Single-Buyer-Rule“ gilt für die kommende Rechteperiode 2017/18 bis 2020/2021.

Bisher werden sämtliche Partien der Bundesliga und Zweiten Liga live vom Bezahlsender Sky gezeigt. Die DFL erwartet mit der neuen Ausschreibung eine Steigerung der Einnahmen auf eine Milliarde Euro pro Saison (zum Vergleich: 2016/17 wird die DFL aus nationaler und internationaler ­Vermarktung 835 Millionen Euro erlösen).

Sky, bisher eine Art Bundesliga-Monopolist, zahlt derzeit rund 80 Prozent der nationalen Einnahmen. Das wird sich ab 2017 ändern.

„Das Bundeskartellamt sieht es angesichts der von Ligaverband und DFL vorgeschlagenen Paketstruktur als ausreichend an, wenn künftig – je nachdem, ob alle Verbreitungswege oder nur die Internet- und Mobilfunkverbreitung umfasst sind – zwischen 30 und 102 Bundesligaspiele (von insgesamt 306 Spielen) zusammen mit umfassenden Möglichkeiten zur Highlight-Berichterstattung von einem alternativen Bieter erworben werden“, teilte das Bundeskartellamt mit.

ARD kämpft um die „Sportschau“ und rechnet mit Wettbieten

Die DFL will an diesem Dienstag in Frankfurt die Ausschreibung der verschiedenen Rechtepakete erläutern. Die ARD, bisher mit der „Sportschau“ Erstsender im Free TV, rechnet auch für das frei empfangbare Fernsehen mit einem Wettbieten.

„Bundesliga-Rechte sind eine ausgesprochen interessante Ware. Deshalb gehen wir davon aus, dass es einen erheblichen Wettbewerb geben wird“, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres in Berlin.

Für seinen Sender habe die „Sportschau“ einen hohen Stellenwert. „Für uns ist sie ein wichtiger Zuschauermagnet. Sie bindet ein junges Publikum an das Erste, das dann auch mit anderen Programmen in Kontakt kommt“, erklärte Herres.

Ziel: Platz zwei in Europa halten

Befeuert wird die Diskussion in Deutschland durch die TV-Verträge in England, wo die Premier League allein 2,3 Milliarden Euro pro Jahr durch ­nationale Medien-Rechte erhält. „Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir beim Umsatz die Nummer zwei in Europa bleiben“, lautet die Maßgabe von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Man darf gespannt sein, welcher Anbieter neben Sky für die Exklusiv-Rechte bieten wird. Insider nennen Namen wie Sat1, Sport 1Plus oder auch die Telekom. Die Fußball-Anhänger werden sich auf diverse Änderungen einstellen müssen. So steht zu erwarten, dass es statt fünf Anstoßzeiten in der Bundesliga künftig sieben geben wird.

Es wird auch sonntags um 13.30 Uhr (fünf Spiele) und montags (20.15 Uhr/fünf Spiele) gekickt wird. Die DFL will die Entscheidung über die Senderechte noch vor dem ­Beginn der EM in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) treffen.

( BM )