DFB-Pokal

Warum Hertha und Union unbedingt ins Achtelfinale müssen

Auf Hertha und Union warten mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem VfL Osnabrück schwere, aber lösbare Aufgaben. Die Sehnsucht der beiden im DFB-Pokal verbliebenen Berliner Klubs ist jedoch die gleiche.

Foto: Rainer Jensen / pa/dpa

Die Summe, die es allein vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für das Erreichen des Achtelfinales im DFB-Pokal zu verdienen gibt, ist sicher alles andere als bloß ein Taschengeld. Doch jene exakt 463.722 Euro vom DFB stehen für die beiden in Runde zwei verbliebenen Berliner Vertreter am Mittwochabend trotzdem nicht im Vordergrund.

Für den Bundesligisten Hertha BSC geht es beim 1. FC Kaiserslautern (19 Uhr, hier im Liveticker der Berliner Morgenpost) darum, nach drei Ligaspielen ohne Sieg mit einem Erfolgserlebnis endlich wieder Selbstvertrauen zu sammeln. Und Zweitligist 1. FC Union hofft beim VfL Osnabrück (20.30 Uhr, ebenfalls im Liveticker der Berliner Morgenpost), endlich wieder eine zweite Pokalrunde zu überstehen.

„Jeder, der spielen wird, wird wissen, worum es geht. Wir verstecken uns nicht und gehen nicht mit Angst auf den Platz“, sagte Jos Luhukay. Der Hertha-Trainer fordert von seiner Mannschaft: „Wir wollen nicht hingehen und schön spielen. Mit schönem Spiel, auswärts und das auf dem Betzenberg, kommen wir nicht weiter.“

Hertha-Trainer Luhukay setzt auf Rotation

Dafür lässt Luhukay sein Team rotieren. Mit Sebastian Langkamp, Johannes van den Bergh und Peter Pekarik strich der Coach drei Spieler aus dem Pokalkader, die in Freiburg noch zur Startelf gehörten. Eine Vorsichtsmaßnahme, um dem zuletzt angeschlagenen Trio eine Pause zu gönnen. „Ich habe schon einmal eine ganze Mannschaft ausgetauscht. Nur bei den Torhütern halte ich nichts von einer Rotation“, sagte Luhukay.

Mit dabei ist Maik Franz – ausgerechnet jener Abwehrspieler, der sich in den letzten beiden Spielen in Kaiserslautern schwer verletzte (Kreuzband, Schulterverletzung) und danach jeweils lange ausfiel. Ob Franz den verletzten John Brooks in der Innenverteidigung ersetzen wird, ließ der Trainer noch offen.

Fakt ist: So mutlos wie zuletzt beim 1:1 in Freiburg darf Hertha auf dem Betzenberg nicht auftreten. Kampf und Einsatz werden die Attribute sein, mit denen die Berliner zum Erfolg kommen können. Und die wichtig für das Selbstbewusstsein sind, soll es am Sonnabend im Bundesliga-Heimspiel gegen Mainz 05 (15.30 Uhr, Olympiastadion) nicht die nächste trostlose Vorstellung geben.

Gute Ergebnisse als Heilmittel

„Allein Lob für gutes Spiel zu bekommen, ist nicht genug. Wir möchten auch erfolgreich sein. Gute Ergebnisse sind immer ein gutes Heilmittel mit Blick auf die nächste Partie“, sagte Luhukay.

Michael Preetz, Herthas Manager, hat zudem noch einen speziellen Wunsch für heute Abend: „Es ist wie jedes Jahr. Wir wollen das Spiel gewinnen, um den Traum vom Finale in Berlin am Leben zu erhalten. Aber es ist egal, was ich sage, die Mannschaft muss es umsetzen.“

Ähnlich sieht es Uwe Neuhaus. „Es ist sportlich erstrebenswert, das Achtelfinale zu erreichen. Man hat in verschiedenen Beispielen gesehen, dass so ein Sieg im Pokal auch Flügel verleihen kann“, sagte der Union-Trainer: „Der Pokal ist ein einzigartiger Wettbewerb, dafür muss man alles geben.“

Aus den Worten des Coaches spricht auch die Sehnsucht, mit Union endlich einmal die zweite Runde zu überstehen. Zuletzt standen die Köpenicker in der Saison 2001/02 in der Runde der letzten 16 Teams, damals noch unter Trainer Georgi Wassilew.

Union unter Neuhaus noch nie in Runde drei

Die Pokal-Ära Neuhaus war bislang von frühem Scheitern geprägt. Seit 2007 war viermal in der ersten Runde Schluss. Erst in der vergangenen Saison gelang der Sprung in Runde zwei (1:0 in Essen) – dafür kam das peinliche Aus dann bei Drittligist Kickers Offenbach (0:2).

Neben personellen Veränderungen denkt Neuhaus sogar über ein anderes Spielsystem nach. „Alles ist offen“, sagte der Coach. Klar ist, dass Björn Kopplin den Rot-gesperrten Marc Pfertzel auf der rechten Abwehrseite ersetzen wird. Unklar hingegen, ob Mittelfeldspieler Sören Brandy den Schlag aufs Wadenbeinköpfchen seines linken Beins, zugezogen am Freitagabend beim 2:4 gegen Fürth, rechtzeitig auskuriert hat.

Und was für Hertha BSC gilt, gilt auch für den 1. FC Union: Ein Erfolg am Mittwochabend bedeutet für die Köpenicker nach der Pleite gegen Fürth neues Selbstvertrauen. Denn mit dem SC Paderborn wartet am Sonnabend (13 Uhr) schon der nächste Stolperstein im Ligaalltag.