Nationalelf

Joachim Löw bleibt bis zur WM 2014 Bundestrainer

Bundestrainer Joachim Löw verlängert seinen Vertrag mit dem DFB vorzeitig um zwei Jahre. Ein möglicher Wechsel zu den Bayern ist damit kein Thema mehr.

Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Präsident Theo Zwanziger haben die Lehren aus dem Vertrags-Theater im WM-Jahr 2010 gezogen: Der 51-jährige Löw verlängerte am Dienstag überraschend seinen ursprünglich noch bis zur EM 2012 laufenden Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorzeitig bis zur WM 2014 in Brasilien. Damit hat der Chefcoach im Gegensatz zur WM im Vorjahr den Kopf frei für die Titel-Mission bei der kommenden Europameisterschaft in Polen und der Ukraine.

„Ich freue mich, dass wir uns frühzeitig auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit bis zur WM 2014 einigen konnten. Wir glauben an die Qualität unserer Spieler und sehen für unser Team gute Perspektiven. Deshalb haben wir gerne das Angebot der DFB-Führung angenommen, vorzeitig zu verlängern“, sagte Löw am Dienstag in der Frankfurter DFB-Zentrale.



Erleichtert zeigte sich der 51-Jährige über den überraschend schnellen Verhandlungsverlauf: „Wie groß das gegenseitige Vertrauensverhältnis ist, zeigt allein die Tatsache, dass die Verhandlungen innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden konnten.“ Löw ist seit 2006 verantwortlicher Chefcoach und war zuvor zwei Jahre Assistent von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

Neben Löw verlängerte auch DFB-Teammanager Oliver Bierhoff seinen Vertrag beim Verband bis zur WM in Brasilien verlängern. Bundestrainer Löw hatte zuletzt immer wieder betont, dass er nur an der Seite seines Vertrauten Bierhoff in der Nationalmannschaft weiterarbeiten werde. Auch die Verträge von Assistenz-Trainer Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke wurden im Zuge des neuen Löw-Kontrakts verlängert.

„Durch die Vertragsverlängerung können wir unsere erfolgreiche Arbeit bis zur WM 2014 weiterführen. Bei der Arbeit in den vergangenen Jahren konnten wir in verschiedenen Bereichen vom Sportlichen über das Wirtschaftliche bis zum positiven Image unseres Teams viele wichtige Impulse setzen. Diesen Kurs wollen wir mit der jungen, interessanten Mannschaft weiterhin verfolgen“, sagte Bierhoff.

Nach dem unglücklich verlaufenden Vertrags-Hickhack im vergangenen Jahr war auch DFB-Präsident Theo Zwanziger äußerst glücklich über die unkomplizierten Gespräche mit Löw und dessen Team. „Joachim Löw hat der Mannschaft in den vergangenen Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Die harmonischen Vertragsgespräche haben noch einmal deutlich gezeigt, wie groß das gegenseitige Vertrauen ist. Dieser respektvolle, offene Umgang miteinander ist die beste Voraussetzung dafür, die gemeinsame erfolgreiche Arbeit der Vergangenheit auch in Zukunft fortzusetzen“, sagte Zwanziger, der mit Löw bei der EURO 2012 und der WM 2014 auf den Titel hofft.

Löw verhindert mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung, dass die Verhandlungen mit dem Verband über seine Zukunft als Bundestrainer wie im vergangenen Jahr mitten in die Vorbereitungen auf das EM-Turnier fallen. Löw und der DFB hatten sich im Februar

2010 nach diversen Streitigkeiten über das Vertragswerk nicht auf eine Verlängerung einigen können. DFB-Boss Zwanziger hatte deshalb kurzzeitig sogar von „Amtsmüdigkeit“ gesprochen und sogar über einen Rücktritt nachgedacht. Erst nach dem dritten Platz bei der WM in Südafrika kam es zu einer gütlichen Einigung.

Damit ist vorerst auch ein Wechsel von Löw zum deutschen Rekordmeister Bayern München vom Tisch. Auch eine Doppelfunktion als Nationaltrainer und Bayern-Coach ist für den 51-Jährigen unvorstellbar. „Nein, das kommt für mich nie infrage. Es ist zwar möglich, dass etwa Guus Hiddink den FC Chelsea und Russlands Nationalmannschaft für eine gewisse Zeit trainierte. Aber im eigenen Land geht das auf keinen Fall. DFB und Bayern, DFB und Dortmund oder DFB und Bremen ist nicht möglich, das würde mit den Interessen der Liga kollidieren. Ich würde mir auch nie vorwerfen lassen, eine gewisse Parteilichkeit zu haben für Spieler eines Vereins“, sagte Löw der Sport Bild.

Zudem verlängerte auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach seinen Vertrag beim Verband. „Ich danke Wolfgang Niersbach für seine Bereitschaft, bis zum DFB-Bundestag 2016 zur Verfügung zu stehen. Er ist ein unverzichtbarer Partner und Freund für mich. Seine glänzenden Kontakte im internationalen Bereich, in der Bundesliga, der Gesellschaft und im Sport, die er sich durch seine kompetente und ehrliche Arbeitsweise erworben hat, geben dem DFB eine wichtige Grundlage“, sagte Zwanziger.