Man lernt ja bekanntlich nie aus. Im weit entfernten Santo André durfte ich am Freitag beispielsweise erfahren, dass auch der DFB ein ziemlich lustiger Laden ist, „mit einem Schuss Lockerheit und Ironie“, der ziemlich eindrucksvoll bewiesen hat, dass er Themen auch „mit einem Augenzwinkern“, wie es in einem offiziellen Statement hieß, behandeln kann.

Aber was war eigentlich passiert? Kevin Großkreutz, der Nationalspieler, der gerne auch mal in der Hotellobby Wasser lässt oder zu später Stunde mit dem Döner um sich wirft, sollte in einem Interview genau darüber sprechen. Machte er natürlich nicht so gerne, was wenig verwunderlich war. Ziemlich verwunderlich war dagegen, von wem die Fragen kamen: nämlich von der Presseabteilung des seit dieser Woche so lustigen DFB.

Für die Menschen, die nicht jeden Tag den Boulevard studieren: Großkreutz war Anfang Mai zu später Stunde mit einem Gast vor einem Imbiss in Köln aneinandergeraten. Das Ende des Streits war ein fliegender Döner, was ihm anschließend den Spitznamen “Döner” in der Nationalmannschaft beschert haben soll.

Nur weiß von den anderen Nationalspielern niemand etwas davon. Und die zweite, nicht weniger lustige Geschichte: Nach dem Pokal-Finale gegen die Bayern hat Großkreutz erst ziemlich viel getrunken, und dann ziemlich viel Wasser gelassen: Das Problem: Statt wie die meisten Menschen ging der Dortmunder nicht einfach auf Toilette, sondern blieb ganz einfach in der Hotellobby…

Augenzwinkern-Lockerheit-Ironie-Antwort

In dem aktuellen Lustig-und-Locker-Interview heißt es nun gleich zu Anfang: „Wie froh sind Sie, dass es im Campo Bahia keinen Dönerladen gibt?“ Großkreutz‘ Augenzwinkern-Lockerheit-Ironie-Antwort: „Ganz ehrlich – ich finde das nicht sonderlich lustig. Es gibt hier auch keine Hotellobby, das wäre bestimmt als nächstes gekommen. Aber ich finde nicht, dass diese Geschichten Thema des Gesprächs sein sollten.“ Und zack war dieses Thema beendet. Zumindest kurzfristig.

Ganz ehrlich: Mehr lustig, locker und ironisch geht doch gar nicht. Von all dem Augenzwinkern bekommt man ja fast schon eine Hornhautverkrümmung.

„Geht der DFB da nicht zu weit?“

Aber mindestens genauso lustig wie der Versuch, lustig zu sein, fand ich auch, was anschließend in der einen oder anderen Berichterstattung daraus gemacht wurde. Der DFB habe Großkreutz veralbert, hieß es. Der Verband habe sich über seinen eigenen Nationalspieler lustig gemacht, stand woanders geschrieben. Und: „Geht der DFB da nicht zu weit?“, wollte noch einer wissen. Nicht im Spaß. Sondern ganz ernst.

Das alles fand ich dann doch: ziemlich lustig.