Kai-Pirinha

…jetzt sind die Deutschen da!

Die Nationalmannschaft ist mit der Fähre in Santo André angekommen – und wird abgeschirmt wie die Regierungschefs bei einem G8-Gipfel…

Foto: Kai Schiller

Was für ein historischer Moment! Um 7.45 Uhr haben Jogi und Co Santo-André-Boden betreten – zumindest fast. Denn natürlich sind die Nationalspieler nicht aus ihren Kleinbussen ausgestiegen und haben den knapp 200 Menschen, die da am Bootsanleger eine knappe Stunde gewartet haben, mal kurz Hallo gesagt. Das sah das DFB-Protokoll nicht vor. Wobei man nicht verschweigen soll, dass Poldi, Schweini und Co ja auch gerade erst einen langen Nachtflug hinter sich gebracht haben. Und immerhin gewinkt haben sie ja doch.

Auf ihre Kosten kamen die Dorfbewohner aber auch so. Denn der Mannschaftsbus, in dem statt der Spieler DFB-Mitarbeiter saßen, sorgte unfreiwillig für einen gewissen Unterhaltungsfaktor. Bereits in Santa Cruz de Cabrália setzte der Bus mit seinem Allerwertesten auf als er auf die Fähre fuhr. Und auf der anderen Seite wollte man ähnliches natürlich verhindern, was durchaus amüsante Züge hatte.

Rund 20 Minuten wurde jeder Winkel und jeder Trick ausprobiert, um das DFB-Gefährt heile von der Fähre zu bekommen. Holzplanken wurden besorgt, gingen aber natürlich unter der Last des tonnenschweren Busses zu Bruch. Eine Möglichkeit wäre sicher gewesen, dass einfach alle Insassen kurz mal aussteigen und der dann leichtere Bus von der Fähre fährt. Aber auf die Idee ist keiner gekommen. Irgendwann hat es dann ja aber auch so geklappt.

Die Spieler waren zu diesem Zeitpunkt längst in ihrem Fort Knox, das sie Campo Bahia nennen. Neun Polizei-Motorräder und vier Jeeps der Militärpolizei sorgten dafür, dass keiner der 800 Dorfbewohner den Fußballern was Böses tun konnte. Auf die Idee wäre zwar auch keiner gekommen, aber sicher ist sicher… Einen G8-Gipfel kann man jedenfalls nicht besser absichern!

Jetzt aber genug mit all dem Negativismus! Regeln sind ja nun mal Regeln, das kennt man ja auch aus Deutschland…