Eine Glaskugel besitzt Bob Hanning nicht. Und sowieso sei es schwer, den Ausgang von Handballspielen vorauszusagen. Tagesform, Torhüterleistung, knifflige Entscheidungen sind die Unwägbarkeiten des Wettkampfs. Hätte ja auch kein Experte wirklich getippt, dass die Füchse Berlin in der Bundesliga bei Abstiegskandidat HC Erlangen patzen (31:31). Dennoch tritt der Hauptstadtklub am Mittwoch immer noch als Tabellenführer bei Verfolger THW Kiel an (19 Uhr/Dyn), es ist eine Partie mit wegweisendem Charakter „Kiel in Kiel zu schlagen, ist eine echte Challenge“, sagt Hanning, „aber das hat schon mal geklappt, ja. Gehen tut das.“
Die Titelsehnsucht beim Hauptstadtklub ist groß. Und tatsächlich kann diese Saison der ganz große Coup gelingen. 20 Jahre, nachdem Bob Hanning die Füchse aus dem Winterschlaf geholt und Berlin zu einer Top-Adresse im europäischen Handball entwickelt hat. Dabei haben die Berliner neben dem Titel in der stärksten Handball-Liga der Welt auch die große Chance auf den Gewinn der Königsklasse. „Ich sage heute, wir gewinnen die Champions League“, frohlockt der 57-jährige Hanning, „da glaube ich wirklich fest dran.“
Füchse Berlin treffen im Viertelfinale auf Aalborg
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Das ist eine mutige Ansage, die aber freilich nicht ohne Grund erfolgt. Die Aufgabe im Viertelfinale gegen den dänischen Meister Aalborg erscheint angesichts der Leistungsstärke der Füchse machbar. Und dann wären es nur noch zwei Siege bis zum großen Glück. „Ich glaube, dass wir dieses Punktlandungsspiel hinbekommen werden“, sagt Hanning.
Der Titel in der Champions League ist ein Lebenstraum des Geschäftsführers, vor allem, weil dieser dann auch mit Spielern aus der eigenen Jugend erfolgen würde. Das wäre dann so etwas wie die Krönung des Füchse-Projekts. „Und da sind wir nur noch vier Siege von entfernt“, sagt Hanning und lächelt.
Nachwuchsarbeit als tragende Säule der Füchse Berlin
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Erfolge mit Spielern zu erringen, die in der eigenen Jugend ausgebildet wurden, ist eine der tragenden Säulen der Füchse Berlin. Seit jeher. Und so verkündete Manager Hanning am Dienstag mit Stolz die Gründung der „Füchse Euro Academy“, mit diesem Schritt soll die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Vereins international ausgeweitet werden.
Ziel ist es, Handballtalenten die Möglichkeit zu geben, sich in Berlin weiterzuentwickeln und von der Expertise der Füchse zu profitieren. Durch die enge Kooperation mit Noch-Bundesligist VfL Potsdam, der ebenfalls fester Bestandteil des Konzeptes ist, haben junge Spieler so alle Möglichkeiten, den Sprung in den Profi-Handball zu schaffen.
Ex-Top-Torjäger Konrad Wilczynski als Botschafter
Als Botschafter konnte der früher Top-Torjäger der Füchse, Konrad „Conny“ Wilczynski (43) gewonnen werden, er hat sich nach der Karriere einen Namen als Nachwuchsförderer in seiner Heimat Österreich gemacht. Der 43-Jährige war einst Publikumsliebling in Berlin und wird nun seine Erfahrung und sein Netzwerk in das Projekt einbringen.
„Die Füchse haben eine herausragende Nachwuchsarbeit und eine beeindruckende Strahlkraft als Marke in Europa“, sagt Wilczynski, „ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam viel bewegen können.“ Geplant sind Trainingscamps und Austauschprogramme sowie Kooperationen mit Vereinen in Italien und Österreich.
Natürlich sind Titel und Triumphe nicht ohne die internationalen Starspieler wie Mathias Gidsel, der jüngst zum zweiten Mal zum Welthandballer gekürt wurde, möglich. Die Mischung macht es im Fuchsbau aus. Da passt auch Leo Prantner ins Konzept. Der italienische Nationalspieler, der erst vor zweieinhalb Monaten zu den Füchsen gestoßen war, hat seinen Vertrag schon jetzt vorzeitig bis 2029 verlängert. Der Rechtsaußen hatte im Januar bei der WM brilliert und sich sportlich und menschlich bei den Füchsen bestens eingegliedert.
Leo Prantner verlängert bis 2029, BEW wird neuer Partner
„Leo ist ein junger, sehr talentierte Spieler, mit dem wir extrem viel Freude haben werden“, sagt Bob Hanning, „ich halte ihn für einen Spieler, der zu den stärksten Außen der Welt werden können.“ Als Nationaltrainer Italiens arbeitet Hanning jetzt quasi doppelt mit dem Profi und sagt: „Leo ist ein Spieler, der viel Energie ins System mit hereinbringen kann.“
Energie-Knowhow und finanzielle Unterstützung bringt den Füchsen die neue Kooperation mit der landeseigenen Berliner Energie und Wärme (BEW) ein. Ab dem Auswärtsspiel gegen den THW Kiel prangen die BEW-Logos auf den Füchse-Trikots. Die Kooperation läuft zunächst bis Sommer 2027, beide Partner verbindet ihr Engagement für Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Nachwuchsförderung in Berlin.





