Es wäre ein guter Tag gewesen, um den eigenen Nachwuchs in den Mittelpunkt zu stellen. Doch zwei Dänen hatten eine andere Idee. Die Füchse Berlin verkündeten am Sonntag vor dem Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen, dass die beiden Eigengewächse Tim Freihöfer und Matthes Langhoff ihren Vertrag bis 2028 verlängert haben.

Für den 34:27 (18:13)-Sieg waren dann letztendlich aber doch wieder hauptsächlich die beiden dänischen Weltstars im Dienste des Berliner Handball-Bundesligisten verantwortlich. Lasse Andersson und Mathias Gidsel steuerten insgesamt 20 Treffer zu diesem Erfolg bei.

Füchse Berlin: Gidsel und Andersson brillieren gegen die Löwen

Bei den Löwen fehlte Spielmacher Juri Knorr wegen einer Daumenverletzung, die Gäste aus Mannheim waren deshalb sichtbar auf der Suche nach ihrem Rhythmus im Angriff. Die Füchse holten unterdessen etwas nach, was sie am Donnerstag beim knappen Sieg in der Champions League gegen Wisla Plock (25:24) noch verpasst hatten: Sie übten eine enorme Torgefahr aus dem Rückraum aus.

Gidsel war in gewohnt wuseliger Manier im Eins-gegen-eins nicht zu halten, Andersson hatte in der ersten Hälfte bei sieben Treffern nur einen einzigen Fehlwurf. So blieb wenig Raum dafür, dass sich Freihöfer und Langhoff auch für ihre sportlichen Akzente feiern lassen konnten.

Vertragsverlängerungen sichern Füchse-DNA bei den Berlinern

Es waren nur einige wenige Szenen, die aber dennoch belegten, welche Bedeutung die beiden Youngster für die Berliner inzwischen haben. Linksaußen Freihöfer erzielte mit einem Siebenmeter in der neunten Minute (5:3) seinen ersten Treffer. Es war bis zum 10:8 (17. Minute) das einzige Berliner Tor, das nicht von Andersson oder Gidsel kam.

Freihöfer übernimmt in der Bundesliga regelmäßig die Verantwortung als Strafwurfschütze, während sein erfahrener Positionspartner Jerry Tollbring für gewöhnlich in der Champions League den Vorzug erhält. Die Weiterentwicklung des 22 Jahre alten Eigengewächses hat aber dazu geführt, dass die Berliner inzwischen über ein ebenbürtiges Gespann auf dem linken Flügel verfügen.

Tim Freihöfer mit guter Entwicklung in dieser Saison

„Die Entwicklung von Tim in den letzten Jahren – und vor allem in dieser Saison – ist beachtlich“, erklärte Sportvorstand Stefan Kretzschmar. „Er ist ein vollwertiger Bestandteil der Mannschaft, der auf dem Weg zu einem Top-Linksaußen der Handball-Bundesliga ist.“

Auch Matthes Langhoff (links) verlängerte seinen Vertrag bei den Füchsen Berlin bis 2028.
Auch Matthes Langhoff (links) verlängerte seinen Vertrag bei den Füchsen Berlin bis 2028.© imago/Nordphoto | IMAGO/nordphoto GmbH / Engler

Langhoff hat derweil seine Stärken eher in der Defensive. „Er ist aus dem Abwehrverbund der Füchse nicht mehr wegzudenken“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning, der ein wichtiger Förderer Langhoffs ist.

Matthes Langhoff überzeugt auch gegen die Löwen in der Abwehr

Das zeigte sich auch in einem starken Spiel gegen enorm schwache Löwen. Langhoff wurde nach der Anfangsphase für die halblinke Deckungsposition eingewechselt, wo er auf Ivan Martinovic traf, einen Top-Torschützen der Bundesliga. Langhoff nervte den Linkshänder immer wieder und klaute ihm einmal den Ball, um den direkten Gegenangriff einzuleiten (16.). Es war eine symptomatische Szene für die Phase, in der die Füchse sich absetzen konnten.

Nach dem Karriereende von Identifikationsfigur Paul Drux wird Langhoff jedoch auch im Angriff immer wichtiger, schließlich ist er hinter Andersson der einzig noch verbliebene Halblinke. Als der Däne und sein Kompagnon Gidsel nach jeweils zehn Treffern wohlverdient in den frühzeitigen Feierabend geschickt wurden, durfte Langhoff auch noch in der Offensive etwas Rhythmus sammeln.

Füchse spielen in der Schlussphase fast mit einer Jugendmannschaft

Mit Langhoff und Freihöfer sowie Nils Lichtlein, Max Beneke und Lasse Ludwig waren in der Schlussphase fünf der sieben Berliner Spieler auf dem Platz Eigengewächse, die den Heimsieg und damit die Tabellenführung nach Hause brachten. So konnte dann doch noch ein bisschen der eigene Nachwuchs gefeiert werden.

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Das Spiel gegen die Löwen war damit ein gutes Beispiel für die Füchse-DNA, die gleichermaßen auf externer Weltklasse und interner Talentförderung fußt.

„So ein deutliches Ergebnis ist für uns sehr schön. Und dass ich noch meinen Vertrag verlängern konnte, macht es doppelt schön“, erklärt Freihöfer. Langhoff pflichtet ihm bei: „Ich bin hier groß geworden und das hier ist wie eine kleine Familie, in die man reingewachsen ist.“

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