Ein Großteil der 7918 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle erhob sich schon, als Hans Lindberg zum Siebenmeterstrich schritt. Es waren an diesem Sonntagabend beim 29:29 (14:15) der Füchse Berlin gegen Frisch Auf Göppingen noch keine sieben Minuten gespielt, als sich Historisches ereignen sollte: Lindberg verwandelte den Strafwurf und erzielte mit seinem zweiten Treffer des Tages das 3000. Tor seiner Bundesliga-Karriere.
Der Däne war schon vorher Rekordtorschütze der Liga und hat jetzt als erster Spieler der Geschichte die Schallmauer von 3000 Toren durchbrochen. Nach dem historischen Treffer wurde das laufende Spiel kurz unterbrochen und die Halle verdunkelt, um Lindbergs Jubiläum gebührend zu feiern. „Das kommt mehr von allen anderen, dass es ein großes Ding ist. Für mich war es ein Spiel wie jedes andere“, sagte der 42-Jährige und fügte hinzu: „Ich ärgere mich richtig darüber, dass wir einen Punkt verloren haben.“
Mijajlo Marsenic sieht früh die Rote Karte
Lindbergs Tor war nämlich so ziemlich das Einzige, was es aus Sicht der Füchse an diesem Sonntagabend zu Feiern gab. Der Berliner Handball-Bundesligist tat sich außerordentlich schwer und wurde schon früh geschwächt: Kapitän und Abwehrchef Mijajlo Marsenic erhielt in der 9. Minute wegen eines Schlags ins Gesicht die Rote Karte. In der 17. Minute konnten die Füchse dann erstmals ausgleichen (9:9), bis zum 14:15-Pausenrückstand liefen sie aber weiter hinterher.
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Nach der Pause zeigten die Berliner dann ein verändertes Gesicht. Von der ersten Führung an (16:15, 35.) schienen die Füchse das Spiel weitgehend unter Kontrolle zu haben. Göppingen kam aber tatsächlich nochmal zurück und glich fünf Minuten vor dem Ende wieder aus (26:26). In der packenden Schlussphase reichte den Berlinern dann auch ein nochmaliger 3:0-Lauf nicht. Jerry Tollbring vergab kurz vor Schluss einen Siebenmeter und Göppingen entführte tatsächlich einen Punkt.
„Wenn man kurz vor Schluss mit drei Toren führt und dann noch ein Unentschieden dabei rumkommt ist die Enttäuschung natürlich groß“, bilanzierte Berlins Trainer Jaron Siewert. Da allerdings auch Meisterschaftskonkurrent SC Magdeburg bei der MT Melsungen (29:29) am Sonntagnachmittag unentschieden spielte, bleiben die Füchse geteilter Tabellenführer.


