Die Weihnachtsstimmung hat in ganz Berlin längst Einzug gehalten, was dazu verleiten kann, das anstrengende Jahr 2023 gemächlich austrudeln zu lassen. Für die Füchse Berlin gilt allerdings das Gegenteil: Jetzt beginnt für den Handball-Bundesligisten der anstrengende Jahresendspurt. Bis Weihnachten stehen noch fünf Spiele innerhalb von 13 Tagen auf dem Programm. Am Sonntag ist Frisch Auf Göppingen in der Max-Schmeling-Halle der erste Gegner dieser Serie (18 Uhr, Dyn).

„Wir gucken nie weit voraus, sondern konzentrieren uns Spiel für Spiel“, sagt Trainer Jaron Siewert zum üppigen Restprogramm dieses Jahres. „Das Heimspiel gegen Göppingen wird eine schwierige Hürde. Die müssen wir erstmal nehmen, um dann mit Vertrauen nach Bietigheim zu fahren.“ Dort wartet dann schon am Dienstag das Achtelfinale im DHB-Pokal, wo die Füchse als Gast eines Zweitligisten klarer Favorit sind.

Die Füchse Berlin erwarten auch das Achtelfinale im DHB-Pokal

Der Pokal ist immer noch der schnellste Weg zu einem Titel, weshalb vor allem dieser Partie in Bietigheim besondere Bedeutung beizumessen ist. Doch auch in den vier Bundesligaduellen bis Jahresende (gegen Göppingen, in Lemgo, gegen Stuttgart und gegen Leipzig) steht für die Füchse noch eine Menge auf dem Spiel, haben sie doch ihre exzellente Ausgangsposition im Meisterschaftsrennen zu verteidigen. Mit nur drei Minuspunkten liegen sie immer noch punktgleich mit dem SC Magdeburg an der Tabellenspitze. Siewert sagt: „Bei unserer dünnen Personaldecke und trotz der ganzen Verletzungen immer noch geteilter Tabellenerster zu sein, ist wirklich überragend. Aber im Dezember ist mir die Tabelle eigentlich völlig egal.“

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Zum Jahreswechsel sah es für die Füchse schließlich auch in der vergangenen Spielzeit schon gut aus. Vor der WM-Pause 2023 waren die Berliner Tabellenführer und konnten das Niveau der ersten Jahreshälfte danach nicht ganz bestätigen. Deshalb geht es nun um nicht mehr als eine gute Grundlage für die Rückrunde. Und nach der EM im eigenen Land (10.-28.1.) gibt es eh eine neue Ausgangslage, wenn alle Spieler von ihren Nationalmannschaften zurückkehren.

Nils Lichtlein und Max Beneke spielen um einen Platz im EM-Kader

In dieser Hinsicht dürften zwei Spieler der Füchse auch aus persönlicher Perspektive nochmal ein gesteigertes Interesse an einem starken Jahresendspurt haben. Nils Lichtlein und Max Beneke stehen im erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft und hoffen darauf, für das Turnier nominiert zu werden. Der finale Kader wird in der Woche vor Weihnachten bekannt gegeben, und Siewert drückt seinen Schützlingen natürlich die Daumen: „Ich würde es mir wünschen für die beiden, vielleicht auch mit Hinblick auf die Heim-WM 2027. Aber wenn ich die Zeichen richtig deute, wird es für junge Spieler im Januar relativ schwer. Aber das ist ein Thema für den Nationaltrainer, da halte ich mich komplett raus.“

Bei einem anderen Thema hat Siewert hingegen große Anteile: Sein Rechtsaußen Hans Lindberg wird am Sonntag gegen Göppingen aller Vorraussicht nach einen weiteren Meilenstein erreichen. Der Däne ist ja schon erfolgreichster Torschütze in der Geschichte der Handball-Bundesliga. Jetzt fehlen ihm nur noch zwei Treffer, um die Schallmauer von insgesamt 3000 erzielten Toren zu durchbrechen. „Das ist eigentlich nicht zu begreifen“, sagt Siewert über Lindbergs Leistung. „Ich hoffe, dass das ein Rekord für die Ewigkeit wird. Das hat er sich verdient.“