Mit dem Start der Rückrunde beginnt für die Füchse Berlin eine neue Ära. Trainer Velimir Petkovic, dessen Vertrag am Montag offiziell bis 2020 verlängert wurde, betonte noch einmal, dass er mit seinem Team nun vor großen Herausforderungen stehe. In drei Wettbewerben haben sich die Berliner während der Hinrunde in eine aussichtsreiche Position gespielt. Diese gilt es nun zu festigen, dabei müssen die Füchse durch den Abgang von Petar Nenadic (Veszprem) ihr Spielsystem komplett umstellen.
Mit Paul Drux, der nach seiner Knieverletzung bei der EM vermutlich erst in zehn Wochen wieder eingreifen kann, fällt ausgerechnet der Mann aus, der die Lücke füllen sollte. Petkovic hat aber schon einen neuen Plan: Drago Vukovic (34) kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Der Kroate, der bei den Füchsen zuletzt im linken Rückraum aktiv war, der während seiner langen Karriere aber einiges an Härte im Wurfarm eingebüßt hat, war einmal ein herausragender Spielmacher. Auf der Position Rückraum Mitte soll er den Berlinern mit seiner Erfahrung und Spielübersicht nun helfen.
„Wir haben das in den vergangenen Wochen intensiv probiert“, sagt Petkovic. Da Vukovic nicht mehr für die kroatische Auswahl spielt, hatte er ihn während der EM den gesamten Januar im Training, genau wie Zugang Oliver Milde und den von Bundestrainer Christian Prokop nicht nominierten Fabian Wiede. „Wir konnten uns gut aneinander gewöhnen“, sagt Johan Koch, der die Füchse bis zum Saisonende auf der Kreisläuferposition verstärkt. „Ich habe schon viel von Drago gelernt, im Training habe ich oft neben ihm in der Verteidigung gestanden.“
An diesem Mittwoch bestreitet der Däne, der bis zum Jahresende bei den Kadetten Schaffhausen unter Vertrag stand, sein erstes Spiel für die Füchse. Beim EHF-Pokal-Gruppenspiel an diesem Mittwoch gegen St. Raphael (19.30 Uhr, Arena Potsdam, im Livestream bei handball-deutschland.tv) trifft er gleich auf einen alten Bekannten: Mit dem Kreisläufer Alexander Lynggaard hat Koch in der Junioren-Auswahl Dänemarks gespielt. „Das ist eine gefährliche Mannschaft“, sagt er.
Im vergangenen Jahr besiegten die Füchse die Franzosen im Halbfinale des EHF-Cups, in der Gruppenphase hatte es einen Sieg und eine Niederlage gegeben. „Im Hinspiel zu Hause hatten wir vier verletzte Spieler und dann 40 Minuten vor Schluss acht Tore Vorsprung“, sagt Petkovic. Er appelliert mal wieder an den Charakter seines Teams. „Vielleicht sind wir in der neuen Konstellation ja auch weniger ausrechenbar“, prognostiziert er. Die Partie am Mittwoch wird jedenfalls einen ersten Anhaltspunkt geben, wo die neuen Füchse stehen.
Ninja Priesterjahn





