Handball

Die Füchse haben ihren Titeltraum noch nicht aufgegeben

Nach dem unbefriedigenden 31:31 im Hinspiel stehen die Berliner Handballer im EHF-Cup am Sonnabend in Chambéry unter großem Druck.

Petar Nenadic von den Füchsen Berlin (links) gegen Marko Panic von Chambery Savoie HB. Die beiden treffen am Sonnabend erneut aufeinander

Petar Nenadic von den Füchsen Berlin (links) gegen Marko Panic von Chambery Savoie HB. Die beiden treffen am Sonnabend erneut aufeinander

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Am Freitagnachmittag war Bob Hanning noch unschlüssig, ob er tatsächlich nach Chambéry reisen sollte. Die Füchse waren inzwischen schon auf dem Weg und absolvierten am Abend ihr letztes Training vor der Partie gegen Chambéry Savoie, in der es am Sonnabend für die Berliner Handballspieler um das Weiterkommen im EHF-Pokal geht. Geschäftsführer Hanning weilte unterdessen auf der Präsidiumssitzung des Deutschen Handballbundes (DHB) in Hamburg. Der Flug nach Frankreich war bereits gebucht, „aber vielleicht sollte ich lieber doch nicht hinfahren.“

Manchmal ist der Füchse-Chef ein bisschen abergläubisch. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war er nämlich ebenfalls zu Hause geblieben, als sein Team – ebenfalls in Frankreich – um den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Pokals spielte. Hanning wäre vor dem Liveticker zwar beinahe zusammengebrochen, denn das Polster von fünf Toren, das sich die Füchse beim Hinspiel in der dritten Qualifikationsrunde gegen den HBC Nantes erarbeitet hatten (23:18), schmolz im Minutentakt dahin. Beim Ertönen der Schlussirene lagen die Berliner fünf Treffer zurück (23:28). Dank der Auswärtstorregelung gewannen sie aber insgesamt und konnten sich sechs Monate später in eigener Halle den Titel holen.

Die Füchsen wollen diesmal unbedingt Fehler vermeiden

Dieses Mal haben die Füchse kein Polster mitgebracht. Nach dem 31:31 im Hinspiel zählt nur ein Sieg oder ein Unentschieden mit mehr Toren gegen die Franzosen, andernfalls zerplatzt der Traum von der Titelverteidigung. „Es ist schade, dass wir eine gute Situation zu Hause verspielt haben“, sagt Hanning. Sportkoordinator Volker Zerbe richtete den Blick nach vorn: „Wir müssen von der ersten Minute an präsent sein und sie zu Fehlern zwingen. Es darf nicht sein, dass Chambéry wie im Hinspiel von unseren Fehler profitiert.“

Durch ein Videostudium des Hinspiels sollen noch einmal die Sinne geschärft werden. „Da hatte die Konstanz des Abschlusses gefehlt“, sagt Zerbe. Scheiden die Füchse aus, bliebe ihnen nur noch die Bundesliga, denn auch im DHB-Pokal ist das Team nicht mehr vertreten. „Dann können wir uns auf die Liga konzentrieren und schauen, dass wir uns dadurch wieder für den europäischen Wettbewerb qualifizieren“, sagt Hanning. Zumindest spare man dann einige Spiele und könne ordentlich trainieren, fügt er an. Aber natürlich will er lieber gewinnen. Deshalb kann er sich ja auch nicht entscheiden, ob er die Partie lieber in der WhatsApp-Gruppe oder vor Ort verfolgen möchte: „Es macht einen ohnehin beides wahnsinnig.“