Petar Nenadic hatte den Spielern von Chambéry Savoie den Handball entrissen und rannte auf das Tor zu. Mit langen, schwerfälligen Schritten bewegte sich der Rückraumspieler der Füchse vorwärts. Als er warf, verdrehte er seinen gesamten Körper mit gequälter Miene – und traf. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:1 für die Füchse, beide Tore hatte Nenadic erzielt, und es waren gerade einmal zwei Minuten in der Europapokal-Begegnung zwischen den Berlinern und den Gästen aus Frankreich gespielt, die 31:31 (16:15) enden sollte. Das Rückspiel findet am Sonnabend in Frankreich statt.
Insgesamt traf Petar Nenadic zwölf Mal. Damit war der serbische Nationalspieler einmal mehr der beste Werfer der Füchse. Gemeinsam mit Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) führt er mit 99 Treffern die Liste der besten Torjäger der Bundesliga an. Der Serbe ist allerdings auch in einer anderen Kategorie vertreten: Auf der Liste der technischen Fehler rangiert er mit zehn auf Platz vier. Zwar hat Petar Nenadic die Fähigkeit, Tore aus den unmöglichsten Situationen zu erzielen, doch er steht auch immer sehr lange auf dem Feld. Das kostet natürlich viel Kraft, die ihn dann langsam verlässt.
So sind seine Würfe zu Beginn eines Spiels zwar meistens effektiv, über 60 Minuten kann er dieses Niveau aber selten halten. Auch dafür gibt es eine Statistik, am Sonnabend warf Nenadic zehn seiner zwölf Tore in der ersten Hälfte des Spiels.
Meistens geht Nenadic am Ende die Kraft aus
„Petar war dann einfach kaputt, das hat man gemerkt“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Genau da liegt das Problem begründet, dass die Berliner in dieser Saison des Öfteren haben. Auswechseln kann man den Serben eigentlich nicht, dafür fehlen adäquate Ersatzspieler. Spielt er aber weiter, will er oftmals mit dem Kopf durch die Wand, wird hektisch und trifft falsche Entscheidungen.
„Er trägt uns in die Höhe und reißt uns mit in den Abgrund“, sagte Hanning. Er sagte aber auch: „Die Mannschaft muss das gemeinsam lösen.“ Denn die Abhängigkeit von Nenadic tut beiden Seiten auf Dauer nicht gut. Mit ihm haben die Füchse einen starken Schützen, er kann aber nicht auch noch der Denker im Rückraum sein, der das Spiel in der hektischen Schlussphase wieder beruhigen kann.
So einer war Bartlomiej Jaszka. Der Pole vereinte Torgefahr und Übersicht. Eigenschaften, die die Füchse nun auf mehrere Spieler verteilen müssen und die sie schon im Bundesligaspiel bei den Rhein-Neckar Löwen am Dienstag (19 Uhr) brauchen werden. Vom Charakter her passt Drago Vujovic in diese Rolle, das hat er in den vergangenen Wochen bewiesen. Einzig, gegen Chambéry blieb der Kroate mit einem Tor noch zu unauffällig.





