Handball

Füchse jagen Kiel und setzen auf Variation im Angriff

Das Berliner Handballteam ist in der Offensive zu leicht auszurechnen. Gegen den Rekordmeister von der Förde soll das nun besser werden

Petar Nenadic (Mitte) führt in der Handball-Bundesliga die Torjägerliste an. Doch der Serbe ist bei den Füchsen zu oft auf sich allein gestellt

Petar Nenadic (Mitte) führt in der Handball-Bundesliga die Torjägerliste an. Doch der Serbe ist bei den Füchsen zu oft auf sich allein gestellt

Foto: Uwe Anspach / dpa

Berlin.  Man muss kein mathematisches Genie sein, um zu wissen, dass die rein rechnerische Wahrscheinlichkeit eines Sieges der Füchse Berlin gegen den THW Kiel äußerst gering ist. Vier Siege zählen die Berliner aus 34 Partien gegen den Nordklub seit ihrem ersten Aufeinandertreffen im Jahr 1976. Der letzte liegt fünf Jahre zurück. Damals feierten die Füchse ihren Triumph mit einem T-Shirt und der stolzen Aufschrift: „Champions-League-Sieger-Besieger“.

Es war die Saison, in der die Füchse erstmals den Sprung in die Königsklasse schafften und Kiel zum ersten Mal nach sechs Titeln in Serie nicht die Meisterschaft gewann. Auch aktuell schwächelt der THW, belegt mit drei Niederlagen nur Tabellenplatz sieben. Bei einem Sieg am Sonntag (17.15 Uhr, Max-Schmeling-Halle, Sport1) würden die Füchse den Rekordmeister sogar überholen

Füchse im Angriff zu leicht auszurechnen

Allein, die eigenen Schwachstellen stehen den Berlinern dabei im Weg: „Wir sind zu wenig variantenreich“, kritisiert Torhüter Silvio Heinevetter. Nach einem starken Saisonstart des neu zusammengestellten Teams und neun Siegen aus zehn Spielen folgten aus den vergangenen vier Partien zwei Unentschieden und zwei Niederlagen.

Inzwischen haben die anderen Klubs erkannt, dass der Angriff der Berliner vorrangig aus Petar Nenadic und Drago Vukovic besteht und sich darauf eingestellt. „Unser Angriff muss einen besseren Rhythmus finden und breiter spielen. Wir haben zuletzt kaum Tore über außen erzielt. Und wenn wir breiter spielen, könnte es auch mehr Platz für Nenadic und Vukovic geben“, sagt Füchse-Trainer Erlingur Richardsson.

Die beiden Trainer kennen sich schon lange

Ein Sieg gegen seinen Landsmann Alfred Gislason wäre dem Isländer ein besonderes Vergnügen. Als junger Spieler ist Richardsson dem Erfolgstrainer in der isländischen Liga bereits ein Mal begegnet. Gislason war damals Spielertrainer bei KA Akureyri.

„Ich freue mich für Erlingur, dass er es geschafft hat, in der Bundesliga zu arbeiten“, sagt Gislason. Er finde, dass die Füchse sich gut entwickelt haben, sagt er.

„Mit Vukovic, Jakov Gojun und Kent Robin Tönnesen haben sie clevere Verpflichtungen getätigt, und Nenadic macht als Torschütze einen fabelhaften Job.“ Mit dem Lob spricht er unbewusst das Kernproblem der Berliner an, denn Silvio Heinevetter weiß genau: „Wir müssen darauf hoffen, dass Petar und Drago einen guten Tag haben. Wenn nicht, wird es schwer.“ Neue Sieger-T-Shirts wurden jedenfalls noch nicht in Auftrag gegeben.