Berlin

„Ich brauche jetzt nicht jede Woche so ein Drama“

Hannings Füchse verspielen diesmal selber Riesenvorsprung

Berlin.  Die Stirn in Falten gelegt und den Kopf in die linke Hand gestützt studierte Bob Hanning aufmerksam das Spielprotokoll. Und was er da sah, erfreute ihn keineswegs. Denn nach einer starken ersten Halbzeit zeigten die Füchse im zweiten Durchgang eine desolate Vorstellung und retteten beim 28:28 (18:12) gerade noch einen Punkt. „Wenn du mit dem Feuer spielst, dann verbrennst du dich irgendwann auch mal“, sagte der Geschäftsführer, „in der zweiten Halbzeit war alles nur Stückwerk.“ Trainer Erlingur Richardsson musste feststellen: „Wir haben in der zweiten Hälfte unseren Rhythmus verloren, hatten sogar Glück, dass wir noch einen Punkt gewonnen haben.“

Immerhin, die Füchse bleiben auch im 14. Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage, aber die ganz große Handballkunst war es eben nicht. „Ich werde jetzt aber nicht die große Krise ausrufen“, sagte Hanning, „ich bin mit der Saison grundsätzlich sehr zufrieden. Aber ich brauche nicht jede Woche ein Drama, sondern würde mich auch mal über einen ganz normalen Sieg freuen.“ Vor einer Woche hatten die Berliner nach neun Toren Rückstand in Magdeburg noch ein Remis erkämpft. Jetzt also verspielten sie einen Sechs-Tore-Vorsprung. „Der Sieg war mehr als möglich“, grantelte Hanning.

In der ersten Halbzeit zeigten die Berliner freilich Handball vom Feinsten. Da wurde gekonnt kombiniert, leidenschaftlich gekämpft und im Tor hielt Silvio Heinevetter wie eine Wand. Der sechste Liga-Sieg schien nur eine Formsache. Doch nach dem Seitenwechsel verloren die Berliner ihre Linie. Dem Serben Petar Nenadic, der im ersten Durchgang schon siebenmal getroffen hatte, gelang jetzt nur noch ein Treffer. Am Ende war er aber noch mit acht Toren bester Berliner Werfer. Hannover kämpfte sich Tor um Tor heran, schaffte erst den Ausgleich zum 19:19 (37. Miunute) und dann sogar die Führung (26:25, 53.). Richardsson tauschte den Torhüter, Nachwuchsmann Angelo Grunz bekam seine Bewährungschance, weil Heinevetter keinen Ball mehr zu fassen bekam. Doch zu mehr als zum Unentschieden wollte es nicht mehr reichen.