Erlingur Richardsson hat ein sportliches Ritual. Jeden Tag läutet der Trainer der Füchse Berlin mit einem Läufchen im Volkspark Friedrichshain ein. Das morgendliche Joggen fällt dem Isländer nicht schwer, der 43-Jährige ist Sportler durch und durch.
„Und so bekomme ich den Kopf frei“, sagt er und lacht, „aber ich muss mir demnächst mal einen neuen Ort zum Laufen suchen, damit ich in Berlin noch etwas anderes erlebe.“
Den größten Teil seiner Zeit verbringt Richardsson aber eh beim Handball. Im Sommer hatte er den Job beim Handball-Bundesligisten von Bundestrainer und Landsmann Dagur Sigurdsson übernommen und bewies bei der Führung des Teams bislang ein richtig gutes Händchen.
Erfolg trotz verletzter Leistungsträger
In den elf Spielen der neuen Saison mussten die Füchse nur eine Niederlage hinnehmen, wurden in Katar sensationell Klub-Weltmeister. Und das obwohl mit Paul Drux, Mattias Zachrisson und Colja Löffler drei wichtige Spieler verletzt fehlen.
Zuletzt gelang den Berlinern bei Meisterschaftsmitfavorit SG Flensburg-Handewitt überraschend ein Remis. Im siebten Bundesligaspiel empfangen die Füchse nun an diesem Sonntag den TBV Lemgo in der Max-Schmeling-Halle (15 Uhr). „Hoffentlich geht es für uns so gut weiter“, sagt Richardsson.
Für die Berliner gilt es, gegen die Lipperländer nach elf Tagen Spielpause wieder in den Rhythmus zu kommen. Als Tabellensechster (9:3 Punkte) sind die Füchse gegen Lemgo (Platz 13, 5:9) klarer Favorit.
Außer Petr Stochl alle an Bord
„Der Motor muss wieder Fahrt auf nehmen“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning und fordert von den Spielern „absolute Leidenschaft“. Coach Richardsson, der bis auf den leicht angeschlagenen Torhüter Petr Stochl (Fuß) alle Spieler gesund an Bord hat, erwartet von seinen Profis höchste Konzentration.
Die Defensive der Füchse um Abwehrchef Jakov Gojun gefällt dem Chefcoach schon recht gut, ebenso ist er mit der Torhüterleistung von Petr Stochl und Silvio Heinevetter zufrieden.
„Im Angriff ist es wichtig, dass wir geschickt agieren und clevere Lösungen finden, weil wir nicht so viele große Spieler haben, die einfach mal von zehn Metern abspringen und aufs Tor werfen“, verrät Richardsson.





