Man muss nicht immer gewinnen, um sich wie ein Sieger zu fühlen. Jedenfalls freute sich Bob Hanning, der Geschäftsführer der Füchse Berlin, riesig über das 30:30 (18:14) seines Teams beim Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt. „Die Erfolgsserie hält an, unfassbar“, sagte er und ließ sich auch nicht davon die Laune verderben, dass die Berliner bis 45 Sekunden vor dem Ende sogar noch mit zwei Toren geführt hatten und die nächste Sensation zum Greifen nah schien. Die neuformierte Füchse-Mannschaft ist Tabellenfünfter der Handball-Bundesliga.

Als „unheimlich intensiv“ beschrieb der Manager das Geschehen am Mittwochabend in der Flens-Arena. Die euphorischen Fans blieben allerdings eine Halbzeit lang sehr ruhig, denn da bestimmten die Gäste eindeutig das Geschehen. Torwart Silvio Heinevetter hielt überragend, die ganze Berliner Mannschaft leistete sich nicht einen einzigen technischen Fehler. Und setzte ihre konzentrierte Leistung in einen Vier-Tore-Vorsprung um. Beste Werfer der Füchse waren einmal mehr Petar Nenadic (7), Fredrik Petersen, Drago Vukovic (je 5) und Fabian Wiede (4).

Nach dem Wechsel aber gab es eine „merkwürdige“ Phase, wie es Hanning nannte, Siebenmeter nur für Flensburg, Zeitstrafen fast ausschließlich gegen Berlin. So war der Vorsprung bald dahin, dennoch erkämpften sich die nie nachlassenden Füchse kurz vor dem Ende noch einmal die Chance zum Sieg. Mit nur vier Spielern auf dem Feld jedoch gestaltete sich die Aufgabe selbst für den Weltpokalsieger schwierig – zu schwierig. Lasse Svan traf für die SG 31 Sekunden vor dem Ende. Mit dem Schlusspfiff erzielte Henrik Toft Hansen dann den 30:30-Ausgleich. „Wir haben 60 Minuten großartig gekämpft, all unsere Emotionen und Leidenschaft in die Waagschale geworfen“, lobte Hanning trotzdem die neue Berliner Mannschaft.

BM