Drei Spiele, drei Siege – so hatte es sich Petr Stochl vorgestellt. „Unser Start ist optimal“, stellt der Torwart der Füchse Berlin fest. Zweimal in der Bundesliga und einmal im EHF-Cup haben die Berliner Handballer nach der mehrwöchigen Pause wegen der Weltmeisterschaft gewonnen. Dass die Berliner so gut aus den Startlöchern gekommen sind, daran hatte der Tscheche einen gewichtigen Anteil. Ob gegen Minden, in Porto und zuletzt in Hannover, jedes Mal zeigte der 38-Jährige sensationelle Paraden.

Auf den Routinier war es besonders angekommen, weil sein Kollege, Nationaltorhüter Silvio Heinevetter, wegen eines Infekts entweder ganz ausgefallen oder noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Und auch am Sonntag im EHF-Cup-Gruppenspiel gegen HC Vojvodina Novi Sad (17.15 Uhr, Schmeling-Halle) wird wieder auf Stochl Verlass sein. „Wie ein alter Wein“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning über Stochl. Je älter, desto besser.

Seit 2006 ist der Tscheche bei den Füchsen, bis 2016 steht er unter Vertrag. Er stieg mit der Mannschaft in die Bundesliga auf. „Ein Vollprofi durch und durch“ sei der Keeper, lobt Hanning. „Nicht umsonst hängt sein Trikot bei uns in der Halle als Legende unter dem Dach.“

Eine Ehre, die bisher nur ihm und Diethard Finkelmann zuteil wurde. Stochl lacht auf die Frage, was denn sein Erfolgsgeheimnis sei. „Das ist kein Geheimnis. Ich will mich jeden Tag verbessern, egal, wie alt ich bin.“ Das gehöre doch zu einem Profi dazu. „Sicherlich habe ich auch Glück mit meiner Gesundheit.“

Stochls Trikot hängt unter dem Hallendach

Was ihm Hanning besonders hoch anrechnet, ist, wie professionell er sich immer verhalten hat, wenn er lange auf der Bank hat sitzen müssen oder auch gar nicht zum Einsatz kam, wenn Silvio Heinevetter den Vorzug bekam. „Sicherlich hat er da immer mal schlucken müssen“, weiß Hanning. Früher habe Stochl mehr in das Verhältnis zu Heinevetter investieren müssen. „Heute ist Heine älter und reifer, beide investieren gleich.“

„Man muss immer bereit sein“, lautet das Motto des Tschechen, der, so Hanning, „gerade seinen 39. Frühling erlebt“. „Ich fühle mich sehr gut“, freut sich Stochl. Er habe stark davon profitiert, dass er bei der WM in Katar viel gespielt hat. Denn der routinierte Handballprofi steht nach wie vor im Tor der Nationalmannschaft seines Heimatlandes. Jetzt zählt für ihn aber nur der Klub. „Die Leistungen zuletzt waren kein Zufall“, stellt er fest. „Wir sind zurück auf dem Niveau, wo wir hinwollen. Wenn das so weitergeht, können wir noch einiges erreichen.“