Füchse Berlin

Konstantin Igropulo wird zum Problem-Fuchs

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Alexandra Groß und Dietmar Wenck

Foto: Fotostand / Wedel / picture alliance / Fotostand

Mehrfach in dieser Saison hat Bob Hanning Konstantin Igropulos Leistungen kritisiert. Prompt hat er den Vertrag des Russen nicht verlängert. Nach dem Spiel gegen Minden schimpfte der Manager erneut.

Bob Hanning hätte eigentlich ganz guter Laune sein können. Der Geschäftsführer der Füchse Berlin hatte soeben den überzeugenden 32:23-Sieg seines Teams gegen GWD Minden miterlebt. Der geplante Angriff auf die Europapokalplätze hat für den Tabellenneunten der Handball-Bundesliga also tatsächlich begonnen. Doch der Manager hatte auch manches gesehen, was ihm Sorgen bereitete. Und etwas, das ihn sogar sicht- und hörbar ärgerte.

Blutwerte in Ordnung

„Was Igropulo hat? Vielleicht etwas am Blinddarm, den es nicht mehr gibt“, grantelte Hanning. Sachlicher fügte er hinzu: „Igropulo ist nicht schwer verletzt. Seine Blutwerte sind völlig in Ordnung. Aus medizinischer Sicht gab es keinen Grund, dass er nicht spielt.“ Der Russe Konstantin Igropulo war am Mittwochabend gar nicht in der Halle gewesen. Bei Trainer Dagur Sigurdsson hatte er sich mit der Begründung abgemeldet, dass er Schmerzen am Blinddarm habe. Er könne nicht einmal gerade stehen, geschweige denn, Handball spielen.

Ende des vergangenen Jahres war der bärenhafte Linkshänder am Blinddarm operiert worden und danach mehrere Wochen ausgefallen. Doch bereits bei der Weltmeisterschaft in Katar war er für Russland wieder im Einsatz gewesen. Danach hatte er mit dem Berliner Team trainiert, selbst einen Tag vor der Partie gegen Minden noch. Und auch am Donnerstag nahm er wieder an der Vorbereitung für das EHF-Pokalspiel am Sonnabend beim FC Porto teil. Ein Geschmäckle hat seine kurzfristige Krankmeldung deshalb, weil ihm kürzlich von Hanning mitgeteilt worden war, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag bei den Füchsen nicht verlängert werde. Außerdem hatte ihn der Manager mehrfach in dieser Saison wegen aus seiner Sicht schwacher Leistungen kritisiert.

Füchse haben vor Spiel in Porto große Personalprobleme

Igropulo ist jedoch nicht das einzige Sorgenkind bei den Berlinern. WM-Torhüter Silvio Heinevetter droht für das Spiel in Porto wegen einer schweren Angina auszufallen. Ebenfalls stark gefährdet ist der Einsatz von Fabian Wiede; eine Untersuchung des Nationalspielers ergab, dass er sich gegen Minden eine schmerzhafte Prellung des linken Schultereckgelenks zugezogen hat. Spielmacher Bartlomiej Jaszka hat nach seiner Schulteroperation noch Angst, aufs Tor zu werfen. Mit einer Rückkehr von Denis Spoljaric oder Colja Löffler ist vorerst ohnehin nicht zu rechnen. Sorgen über Sorgen für Hanning und Sigurdsson.

„Wir hatten nach den ganzen Ausfällen heute nur 13 Spieler auf der Platte, davon den Torhüter aus der A-Jugend“, sagte Hanning, „uns gehen die Spieler aus. Im Moment sind wir echt am Ende. Wenn jetzt noch Fabian Wiede ausfällt, wäre das ganz bitter.“ Obwohl die Bundesligasaison kaum mehr als eine erfolgreiche in die Vereinshistorie eingehen wird, haben die Füchse als Ausrichter des Final Four um den EHF-Pokal und als Titelverteidiger im deutschen Pokalwettbewerb noch große Ziele vor Augen. „Ich hatte gedacht, dass wir nach der WM noch einmal so etwas wie einen Neustart beginnen“, erklärte Hanning seine schlechte Laune. Dafür müssen aber alle bis an ihre Grenzen oder darüber hinausgehen, mit Nachfolgevertrag oder ohne. Auch Konstantin Igropulo.